​​RasenBallsport Leipzig befindet sich aktuell in einer kleinen Minikrise. Mit nur zwei Punkten aus den letzten vier Bundesligaspielen läuft die Mannschaft ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Zwar ist in der aktuell noch sehr engen Tabellensituation noch alles möglich, doch auch hier hätten ein paar mehr Punkte gutgetan. Sportdirektor Markus Krösche äußerte sich nun im Interview mit Sportbuzzer zu der aktuellen Form seines Teams und was Leipzig momentan noch fehlt.


Im Grunde ist bei RB noch nichts verloren. Mit 15 Punkten und einer Tordifferenz von 17:10 macht man es sich nach dem neunten Spieltag auf Platz sechs der Tabelle gemütlich. Es hätten allerdings auch mehr Punkte sein können. Erst am Wochenende musste man sich einem frechen ​SC Freiburg mit 1:2 geschlagen geben.


Krösche: Tolle Voraussetzungen in Leipzig, aber wenig Ertrag


Krösche führte die Niederlagen auf den fehlenden Willen zurück. "Wir müssen das Tor unbedingt machen wollen. Mit allem, was wir haben. Und wir müssen uns reinhauen, um unser Tor zu verteidigen", so der Sportdirektor, der seit diesem Sommer im Amt ist. Mit Blick auf die letzten Spiele zeigt sich der Leipzig-Boss unzufrieden: "Das haben wir in Leverkusen, gegen Wolfsburg [jeweils 1:1, Anm. d. Red.] und in Freiburg nicht zu 100 Prozent und mit absolutem Willen getan."


Dass aktuell auch andere Vereine wie ​Borussia Dortmund oder ​Bayer 04 Leverkusen Federn lassen und eine maue Punkteausbeute vorweisen, will Krösche nicht als Entschuldigung sehen: "Ich schaue nur auf uns. Wir haben einen extrem spannenden und begabten Kader. Wir haben einen exzellenten Trainer. Und wir haben alle gemeinsam hohe Ziele." Aber es fehle momentan einfach an der nötigen Überzeugung und Zielstrebigkeit, um die nötigen Ergebnisse einzufahren.


In Leipzig werde man allerdings nach dem Spiel gegen Freiburg nicht den Kopf in den Sand stecken. ​Dennoch rief Krösche die Profis nach der Niederlage zusammen und nahm sie in die Pflicht. "Die Jungs sind grundsätzlich absolut in Ordnung, marschieren, spielen Fußball." Doch es fehle eben in manchen Situationen ein paar Prozent. Daher müsse jetzt jeder seine eigene Leistung auf den Prüfstand stellen: "Wir alle hinterfragen uns ständig konstruktiv, was wir besser machen können. Jeder Einzelne muss sich permanent überprüfen, ob er alles für den Erfolg tut."


Leipzig soll an seiner Spielidee festhalten


Speziell am letzten Spieltag tat sich Leipzig auch mit der Art und Weise, wie der Gegner spielt, schwer. Freiburg zog sich weit zurück und überließ den Gästen den Ball. Dass man schließlich verlor, möchte Krösche aber nicht am Spielsystem des Gegners festmachen. Es zeige nur, dass man nun "den nächsten Entwicklungsschritt machen [muss, um] mit allen Facetten eines Fußballspiels klarzukommen."


In gewisser Weise ist es auch nicht überraschend, dass es unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann auch zu Rückschlägen kommt. "Dass das ein Prozess ist und es auch mal ruckeln wird, war uns klar. Grundsätzliche Zweifel an unserem Weg haben wir nullkommanull", so Krösche. Dennoch müsse man aus den vergangenen Spielen auch lernen und in gewisser Weise auch das eigene Spiel verbessern. "Wir werden unsere Art und Weise des Fußballs – offensiv, mit guten Balleroberungen, schnellem Umschaltspiel - nicht dramatisch verändern", schloss Krösche allerdings eine komplette Anbwandlung des Systems aus. Doch dies schließe nicht aus, "dass wir uns unter Julian im Bereich Ballbesitz bei tiefstehenden Gegnern verbessern und damit auch den nächsten Schritt machen werden."


Insgesamt zeigte sich Krösche sehr zufrieden mit der Arbeit von Nagelsmann und seinem Team. Im DFB-Pokal müssen die Leipziger am Mittwochabend gegen den ​VfL Wolfsburg ran. Gegen die noch ungeschlagenen Wölfe peilt der Sportdirektor den Einzug in die nächste Runde an.