​Am Ende steht der ​SV Werder Bremen erneut mit nur einem Punkt da. Nach dem Topspiel gegen ​Bayer Leverkusen, mussten die Grün-Weißen die vierte Punkteteilung in Folge hinnehmen und treten somit auf der Stelle. Was das für den weiteren Verlauf der Saison bedeutet, kann durchaus unterschiedlich gedeutet werden.


Ein Auswärtsspiel in der BayArena ist für keinen ​Bundesligisten eine angenehme Aufgabe. Am Samstagabend musste sich der SVW dieser Prüfung stellen und erkämpfte sich durch hohen Aufwand ein 2:2-Unentschieden. Nach dieser Partie könnten die Bremer eigentlich glücklich sein und nach einem soliden Auftritt auf die kommenden Wochen blicken, doch das Gesamtbild ist für alle Beteiligten etwas trügerisch.


Florian Kohfeldt schätzte den Punktgewinn in Leverkusen so ein, dass "wohl niemand ernsthaft sauer sein" könne. Trotzdem steht nur dieser eine Punkt zu Buche, der die Werderaner vor allem tabellarisch nicht viel weiter bringt. Momentan stehen die Bremer mit zehn Punkten auf dem zwölften Tabellenrang, haben aber bereits fünf Zähler Rückstand auf das europäische Geschäft. 


Werder: Zwischen Konstanz und Anspruch


In den vier vergangenen Spielen gab es also nur vier Punkte. Im Anbetracht der Gegner, ist diese Ausbeute trotzdem nicht zu unterschätzen. Schließlich musste der SVW sowohl in​ ​Dortmund​Frankfurt als auch Leverkusen auswärts anrücken. In jedem Spiel hielten die Schützlinge von Trainer Kohfeldt gut mit und hatten "immer die Mittel, diese Spiele zu gewinnen." Siegreich gestaltet haben die Norddeutschen allerdings keines der letzten Duelle.


Dazu gehört das 1:1-Unentschieden gegen die ​Hertha, bei der sich die Fans und Verantwortlichen deutlich mehr erhofften. Zuletzt kamen die Bremer also nicht wirklich in den Tritt, gleichzeitig zeigte sich die Mannschaft trotz weiter bestehender Verletzungssorgen konstant und stabil. Die Punktgewinne gegen diese schwer zu bespielenden Gegner dürften deshalb eher Hoffnung machen.


Auch wenn Werder also momentan auf der Stelle tritt, sind die Saisonziele noch nicht in allzu weite Ferne gerückt. Wichtig wird nun sein, die Lehren aus den vergangenen Wochen zu ziehen und sich mit neu gesammelten Kräften auf die nächsten Duelle vorzubereiten. Die haben es nämlich ebenfalls in sich, doch Werder zeigte sich zuletzt immer sicherer gegen ambitionierte Mannschaften und hofft auf eine Verkürzung des Abstands zur Spitze.


Werders nächste Gegner


SpieltagGegner
​10.​SC Freiburg (H)
​11.​Borussia Mönchengladbach (A)
​12.​Schalke 04 (H)
​13.​VfL Wolfsburg (A)

Denn erst wenn die Mannschaft sich wirklich gefunden hat, ist sie auf ihrem absoluten Topniveau. Um dies zu erreichen, hat Kohfeldt eine ganz klare Forderung aufgestellt: "Wir müssen zusehen, dass wir im Verlauf der Hinrunde auch mal zwei, drei Spiele hintereinander gewinnen", so der Übungsleiter im kicker. Mit dieser Mannschaft ist dies in jedem Fall möglich, ohnehin lassen sich die Begriffe "aufgeben" oder "unmöglich" nicht im Werder-Vokabular finden.