​​Borussia Mönchengladbach schwebt in der Bundesliga momentan auf der Erfolgswelle und befindet sich weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz. Gegen Eintracht Frankfurt gelang der Borussia am Sonntag der erneute Sprung an die Tabellenspitze. In den kommenden Wochen warten weitere schwierige Aufgaben für die Fohlen, die Borussia scheint jedoch gewappnet zu sein. 


Mit dem 4:2-Erfolg gegen ​Eintracht Frankfurt konnten die Fohlen den dritten Heimsieg in Folge feiern und erstmals in dieser Saison ein Team aus der oberen Hälfte der Tabelle bezwingen. Bei den vorherigen Partien gegen ​Schalke 04​RB Leipzig und ​Borussia Dortmund (jeweils Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte) zeigte Gladbach zwar jeweils ansprechende Leistungen, konnte aber lediglich einen Zähler aus den drei Spielen generieren. 


Mit dem verdienten Heimsieg über die SGE konnte Borussia Mönchengladbach der Konkurrenz zeigen, dass es eben auch gegen andere ambitionierte und formstarke Mannschaften funktioniert. Gerade in der ersten Halbzeit, die Gladbach mit 2:0 für sich entscheiden konnte, ließ die Borussia gegen den Gegner nahezu nichts zu und setzte in der Offensive immer wieder entscheidende Nadelstiche. Hinzu kommt, dass Gladbach auch mit Drucksituationen im Spiel umgehen konnte, als die Frankfurter jeweils den Anschlusstreffer zum 2:1 und zum 3:2 erzielten, die Borussia die Führung aber wieder auf zwei Tore ausbauen konnte. 


Gladbach-Kader in der Breite stark aufgestellt - Verletzte kehren zurück


Der Erfolg in der Bundesliga basiert auf mehreren verschiedenen Gründen. Zunächst kann festgehalten werden, dass Borussia Mönchengladbach in dieser Saison in der Breite hervorragend aufgestellt ist. Die Neuzugänge der Fohlen um Marcus Thuram, Breel Embolo und Stefan Lainer sind zudem voll eingeschlagen, konnten sich bei der Borussia bisher voll integrieren und tragen einen großen Teil zum bisherigen Saisonverlauf bei.


Lediglich Ramy Bensebaini hat am Niederrhein noch Anlaufschwierigkeiten und befindet sich derzeit mit Routinier Oscar Wendt im Kampf um die Position des Linksverteidigers. Mit Thorgan Hazard (Borussia Dortmund), Mickael Cuisance (FC Bayern München) und Michael Lang (Werder Bremen) verließen die Borussia drei Spieler, deren Abgänge entweder durch Neuzugänge oder bereits vorhandene Spieler im Kader gut kompensiert werden konnten. 


Zudem kehrten mit Lars Stindl, der sein Comeback gegen Borussia Dortmund gegeben hatte, und Jonas Hofmann (gab sein Comeback gegen Eintracht Frankfurt) zwei Leistungsträger nach längeren Verletzungspausen zurück. Innenverteidiger Matthias Ginter und Stürmer Alassane Pléa werden wohl möglichst bald wieder zum Training dazustoßen können. 


Einzige Wermutstropfen sind die ​neuerlichen Verletzungen von Breel Embolo und Tony Jantschke aus dem Spiel gegen die SGE. Eine genaue Ausfallzeit der beiden Spieler ist noch nicht bekannt, durch die Rückkehrer sollten aber auch diese Verletzungen aufgefangen werden können. 


Bei Borussia Mönchengladbach funktioniert derzeit vieles


Bei den Gladbachern läuft gegenwärtig einfach einiges. Die Spieler verinnerlichen und verkörpern das System des neuen Trainers Marco Rose immer besser, nutzen die Patzer der Konkurrenz und stehen bisher nicht unverdient auf dem ersten Tabellenplatz. Natürlich ist am Niederrhein der Wunsch groß, weiter auf der Welle der Euphorie zu schweben, dennoch weiß man die Situation richtig einzuordnen. Innenverteidiger Nico Elvedi sagte nach dem Spiel via borussia.de: "Es ist etwas Spezielles weiterhin ganz oben in der Tabelle zu stehen. Es ist aber sehr früh in der Saison und hat noch nicht viel zu bedeuten."


Ein weiterer wichtiger Faktor für den bisherigen Erfolg liegt darin, dass auch die Spieler, die bei der Borussia von der Bank kommen, sich direkt voll in das Spiel reinwerfen und starke Leistungen zeigen. Bereits vier Joker-Tore konnte Gladbach in dieser Saison erzielen, jeweils Thuram und Embolo verzeichnen zwei Treffer. Auch bei der Partie gegen Eintracht Frankfurt konnte Lars Stindl, der in der 35. Minute für Breel Embolo eingewechselt wurde, am Ende zum verdienten Sieg beitragen, indem er den 4:2-Treffer von Denis Zakaria vorbereitete. 


Auch bei den Standards versprüht Borussia Mönchengladbach in dieser Saison deutlich mehr Gefahr als noch in der vorherigen Saison. ​László Bénes, der nach seiner Leihe in Holstein Kiel bisher einer der Gewinner der Saison bei den Fohlen ist, tritt immer wieder gefährliche Ecken und Freistöße vor das Tor. Beim Spiel gegen die Eintracht bereitete er mit seinem Freistoß das 3:1 von Nico Elvedi vor. In dieser Saison konnte Borussia Mönchengladbach wettbewerbsübergreifend bereits fünf Tore nach Standardsituationen erzielen. 


Gladbach verkraftet auch Rückschläge - Prognose für weiteren Saisonverlauf


Was die Mentalität angeht, zeigen sich die Fohlen in dieser Saison bisher bemerkenswert stark. Nach der deutlichen Niederlage gegen den AC Wolfsberg konnte die Borussia in der Bundesliga die darauffolgenden Spiele gegen Fortuna Düsseldorf und die TSG Hoffenheim gewinnen. In der Europa League gaben sich die Fohlen zuletzt gegen Istanbul Basaksehir und gegen die AS Roma nicht auf und erzielten jeweils spät den 1:1-Ausgleichstreffer, auch wenn die Umstände des Treffers in Rom natürlich höchst glücklich waren. Und auch die knappe Niederlage bei Borussia Dortmund trotz starker Leistung brachte Gladbach nicht aus dem Konzept. 


Schafft es Borussia Mönchengladbach, weiterhin die genannten Tugenden auf den Platz zu bringen, wird Gladbach ein sehr unangenehmer Gegner bleiben und viele Gegner werden sich wohl noch die Zähne an der Borussia ausbeißen. Borussia Mönchengladbach hat bisher eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Auch wenn es am Ende wahrscheinlich nicht für den ganz großen Wurf reichen wird, steht der Borussia unter diesen Umständen eine erfolgreiche Saison bevor. Solange das Umfeld und die Mannschaft nicht abheben und mit dem Druck umgehen können, ist träumen erlaubt.