Vor dem mit Spannung erwarteten ​Duell gegen Borussia Dortmund steht der ​FC Schalke 04 so gut wie schon lange nicht mehr da. Nicht nur Sporvorstand Jochen Schneider ist davon überzeugt, dass der neue Cheftrainer David Wagner ein großer Faktor beim Aufschwung der Königsblauen ist und hofft darauf, gemeinsam mit dem ehrgeizigen Cheftrainer eine neue Ära einzuläuten.​


Im Mai hatten die Schalker die Verpflichtung von ​David Wagner unter Dach und Fach gebracht und mit dem neuen Übungsleiter einen ehemaligen Eurofighter zurück an seine alte Wirkungsstätte gebracht. 


Wagner ist ein Glücksfall für Schalke


Obwohl der Sportvorstand bereits nach dem ersten Treffen mit dem 48-Jährigen sicher war, mit ihm genau den richtigen Coach gefunden zu haben, scheint der Funktionär dieser Tage ein Stück weit erleichtert zu sein, tatsächlich voll ins Schwarze getroffen zu haben. "Der Trainer ist immer die wichtigste Personalie in einem Verein. Es ist wohltuend zu sehen, dass bislang die Dinge so eintreffen, wie wir sie uns gewünscht haben", so ​Jochen Schneider in einem Gespräch mit der Sport BILD.


Dabei zählte der 49-Jährige die zahlreichen Qualitäten des neuen starken Mannes auf Schalke auf: "David Wagner hat gezeigt, dass er nicht nur ein hervorragender Fußball-Lehrer, sondern dass er auch ein toller Mensch ist, der begeistern kann, der Menschen mitnehmen kann. Außerdem hat er bereits jetzt gezeigt, dass er Spieler besser machen kann". Darüber hinaus, betonte der Schalke-Boss welch "enorme Ruhe" sein Angestellter ausstrahle und wie gut diese Ruhe dem ganzen Verein tue.


Klopp und BVB als Vorbild


Die Parallelen zu Jürgen Klopp, der einst den Erzrivalen BVB wieder auf Vordermann gebracht hatte liegen auf der Hand, zumal die beiden ähnlich tickenden Trainer eine echte Männerfreundschaft verbindet. Auch Schneider scheut daher nicht vor dem Vergleich mit dem Dauerrivalen aus Dortmund zurück, betonte aber auch, dass alle anderen Klubs aus der Bundesliga ebenfalls auf der Suche nach einer ähnlichen Erfolgsgeschichte seien.


Wagner ist aber weitaus mehr als nur ein Menschenfänger, sondern konnte vielmehr in seiner kurzen Amtszeit schon handfeste Erfolge vorweisen. So ist auffällig, wie viele Spieler unter dem Deutsch-Amerikaner derzeit wieder aufblühen. Amit Harit, Omar Mascarell, Suat Serdar und Salif Sane sind dabei nur die prominentesten Beispiele.


Wagner blickt über den Tellerrand hinaus​


Imponieren konnte Wagner seinen Vorgesetzten auch dadurch, dass er keineswegs mit Scheuklappen unterwegs ist, sondern vielmehr auch das große Ganze im Blick behält.​"Unglaublich positiv für Davids Entwicklung war meines Erachtens, dass er in den knapp vier Jahren bei Huddersfield Town den kompletten Verein gemanagt hat. Das hat ihm eine Sichtweise von Dingen ermöglicht, die ein klassischer Trainer nicht hat. Er sieht Schalke nicht nur aus der Trainerbrille, sondern ganzheitlich", so Schneider. 


Die Stationen von Trainer David Wagner:

​VereinAmtsantritt​Amtsaustritt​
​Hoffenheim U19​01.07.2007​30.06.2008
​Hoffenheim U17​01.07.2008​30.06.2009
​Borussia Dortmund II​01.07.2011​31.10.2015
​Huddersfield Town​09.11.2015​14.01.2019
​FC Schalke 04​01.07.2019​-

Nichts zuletzt sei es daher Wagner zu verdanken, dass die Schalker den hoch veranlagten Außenverteidiger Jonjoe Kenny von einem Leihgeschäft überzeugen konnten. Um von diesen Qualitäten noch lange profitieren zu können, hofft Schneider auf endlich mehr Kontinuität auf dem Trainerstuhl der Schalker. 


Abschließend verwies der Sportvorstand dabei erneut in Richtung BVB und wie wichtig die Verpflichtung von Jürgen Klopp für den angeschlagenen Riesen gewesen war: "Damit haben sie eine fantastische Zeit eingeläutet: gekrönt mit dem Gewinn von zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und einer Champions-League-Finalteilnahme. Seitdem ist es ihnen gelungen, den BVB wieder auf ein ganz anderes, auf ein Top-Niveau zu heben. Davor kann man nur den Hut ziehen. Insbesondere hat sich die Kontinuität auf den entscheidenden Positionen in den vergangenen Jahren bezahlt gemacht."