​Der ​FC Liverpool gewinnt gegen seinen aktuellen Trikothersteller New Balance einen kuriosen Rechtsstreit. Das Unternehmen hatte sich zuvor auf eine Klausel berufen, die mit dem FC Liverpool vereinbart worden sei. Nun scheint der Weg für Nike frei, die ab Sommer 2020 neuer Ausrüster der Reds werden können.


In einem Rechtsstreit war der Ausrüster New Balance gegen den FC Liverpool vor das Londoner Handelsgericht gezogen. Der Prozess der Gerichtsverhandlungen vollzog sich über drei Tage, nun kann der Tabellenführer der Premier League allerdings aufatmen. Denn seit Freitagnachmittag ist klar, dass der US-Konzern Nike ab Sommer 2020 neuer Sponsor der Reds werden darf (via kicker). 


Der bisherige Ausrüster New Balance hat das Nachsehen, behält aber die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Bei einem potentiellen Deal mit Nike winkt dem FC Liverpool viel Geld.


Liverpool erhofft sich lukrativen Deal

Der Hintergrund des Rechtsstreites des amtierenden ​Champions-League-Siegers mit dem Ausrüster New Balance ist, dass Liverpool den aktuell laufenden Vertrag mit dem Unternehmen zum Vertragsende am 30.05.2020 auslaufen lassen möchte. Liverpool schaute sich bereits nach einem neuen Ausrüster um, einigte sich dann mit Nike, die sogar schon das Trikot für die kommende Saison fertiggestellt haben. 


New Balance möchte allerdings die Zusammenarbeit mit dem FC Liverpool fortführen, beruft sich in dem Gerichtsprozess mit den Reds auf eine Klausel, die besagt, dass der Vertrag zwischen dem Ausrüster und dem Premier-League-Klub sich um weitere fünf Jahre verlängern würde, wenn die Offerte von New Balance der des Konkurrenten entsprechen würde, was nach Aussage des Unternehmens der Fall sein soll. Der Champions-League-Sieger argumentiert hingegen, dass der Vertrag mit Nike bereits seit August 2019 bindend sei, nachdem sie das Matching-Angebot vom bisherigen Ausrüster abgelehnt haben sollen.


Zudem könne New Balance nicht mit dem Angebot vom US-Konzern mithalten, die den Reds einen prozentualen Anteil in Höhe von 20 Prozent an Merchandising-Verkäufen, sowie andere Boni garantieren. Mit dem Vertrag mit Nike erhofft der FC Liverpool sich eine Gesamtsumme von etwa 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr, New Balance soll dagegen "nur" 50 Millionen Euro geboten haben. Demnach stellt sich die Offerte von Nike als deutlich lukrativere Option dar.


Nike bietet globale Superstars und Influencer 


​Ein weiteres Argument des FC Liverpool bezieht sich auf die weltweit mediale Aufmerksamkeit die ein Unternehmen wie Nike durch Superstars, wie z.B. LeBron James, Serena Williams und Drake bieten würde, die durch ihre Strahlkraft ein wichtiger Faktor in Bezug auf Werbung und Vermarktung des Konzerns sind. Auch in diesem Bereich sei der bisherige Ausrüster New Balance dem Konkurrenten nicht gewachsen. 


New Balance bezeichnete die Wichtigkeit solcher Stars als nicht messbar für entsprechende Vertragsinhalte, musste allerdings in der Urteilsbegründung hinnehmen, dass die New Balance-Offerte für den FC Liverpool in dieser Hinsicht tatsächlich ein Nachteil darstellen würde und zog damit den Kürzeren in dem Gerichtsprozess. 


Der FC Liverpool muss die Zusammenarbeit mit New Balance also nicht fortführen. Dem bereits abgeschlossenen Vertrag mit dem zukünftigen Trikothersteller Nike steht demnach nichts mehr im Wege. Basketball-Star LeBron James, dem zwei Prozent der Anteile des FC Liverpool gehören, wird diese Entscheidung wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, gerade weil er in der Urteilsbegründung eine wichtige Stellung für eine Zusammenarbeit mit Nike eingenommen hat. Ob New Balance das Urteil anfechtet und Berufung einlegt, bleibt abzuwarten.