Gladbach hat die nächste Enttäuschung in der Europa League in letzter Sekunde abgewendet. Die Fohlen profitierten in Rom von einer Elfmeter-Fehlentscheidung in der Nachspielzeit. Kapitän Lars Stindl verwandelte sicher zum Ausgleich. In Durchgang eins war die Roma dank eines Treffers von Zaniolo in Führung gegangen.


​Papa Stindl reiste heute nach und nimmt auf der Bank Platz. Die Startelf der ​Borussia änderte Marco Rose aber auch ohne den Kapitän auf drei Positionen. Bensebaini verteidigte hinten links für Wendt, Neuhaus kam auf die Zehn für Benes und Herrmann ersetzte den verletzten Plea im Angriff. So gingen beide Teams in die Partie:

​​"Es ist noch kein Endspiel, auch nicht unsere letzte Chance, aber zweifelsfrei eine sehr wichtige Partie", erklärte Stefan Lainer vor dem Spiel. Angesichts von nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen brauchte es dringend Zählbares für die Fohlen.


"Wir wollen gut verteidigen. Wir wollen aber auch versuchen sehr aktiv zu sein", so Marco Rose vor dem Spiel am DAZN-Mikro. Bei Regenwetter und Nebel im Gästeblock (die Borussia-Fans hatten beim Einlaufen gezündelt) ging es eigentlich gut los, für die Gäste im Stadio Olimpico. Den bisherigen Eindruck in der Europa League wollte der ​Bundesliga-Tabellenführer jedenfalls ausmerzen - das war deutlich zu sehen.


Und die erste große Gelegenheit hatte dann auch Bensebaini auf dem Fuß. Der VfL-Linksverteidiger traf nach einem Neuhaus-Freistoß in der achten Minute aber nur die Latte. Embolo und Neuhaus hatten danach weitere gute Gelegenheiten, setzten die Kugel allerdings jeweils neben das Roma-Gehäuse.


Die Hausherren wachten Mitte des ersten Durchgangs immer mehr auf. Nach gut einer halben Stunde dann die Führung: Vertrout brachte eine Ecke in die Mitte, Zaniolo setzte sich im Duell mit Lainer durch und nickte die Kugel ein.


Dzeko hätte nur drei Minuten später beinahe auf 2:0 erhöht, stand nach einem Konter bei seinem Treffer aber im Abseits. Insgesamt ein unglücklicher Halbzeitrückstand für die Fohlen.


Gladbach kommt in Hälfte zwei nicht durch


Bei immer stärker werdenden Regen konzentrierte sich AS im zweiten Durchgang auf eine stabile Defensive. Gladbach tat sich zunehmend schwerer, das römische Bollwerk zu knacken. Wirklich gefährlich wurde es nicht mehr vor dem Gehäuse der Römer. Einzig Thuram hatte in der 91. Minute noch eine gute Gelegenheit, traf den Ball nach einer Flanke aber nicht mehr richtig. Gladbach fehlte am Ende die Durchschlagskraft - doch der Ausgleich fiel doch noch, und das mit reichlich Schiedsrichter-Glück!


In der 93. Minute köpfte der eingewechselte Hofmann Roma-Verteidiger Smalling aus kurzer Distanz ins Gesicht, Schiedsrichter Collum wertete das fälschlicherweise als Handspiel. Aus Fohlen-Sicht gut, dass es in der Europa League keinen Videobeweis gibt. Lars Stindl verwandelte im Anschluss sicher und verstärkte seine Vaterfreuden mit seinem ersten Treffer nach seiner Verletzung.


Nach dem Sieg von Istanbul im Parallelspiel gegen den WAC, ist die Tabelle in Gruppe J weiter eng beisammen: Die Roma führt mit fünf Punkten, Gladbach ist Vierter mit zwei Zählern. Heißt: Alles ist noch drin!

Rose findet Punkt verdient - Sommer ist Fehlentscheidung "scheissegal"


Marco Rose erklärte nach der Partie, dass man den Ausgleich nach der Fehlentscheidung gerne mitnehme. "Das Remis ist aber nicht unverdient. Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Ich freue mich vor allem für unsere unfassbaren Fans, dass wir etwas mitgenommen haben."


Yann Sommer war nach dem Spiel heilfroh, dass man nicht erneut mit leeren Händen da stand. Dass der Elfmeter aus einer Fehlentscheidung resultierte, war dem VfL-Schlussmann "scheißegal. Am Samstag wurden wir benachteiligt, jetzt eben mal der Gegner", so der Schweizer.