​Am 9. November (18.30 Uhr) treffen in der Münchener Allianz-Arena der ​FC Bayern München und der ​BVB aufeinander. War dieses Duell in den vergangenen Jahren stets das vermeintlich vorentscheidende in Bezug auf den Ausgang der Meisterschaft, kommt es in diesem Jahr beinahe wie ein Krisengipfel daher.


Ein Blick auf die Tabelle unterstreicht diesen Eindruck. Zwar ist der Punkteabstand im aktuellen Klassement so gering wie selten in den vergangenen Jahren - Hoffenheim (auf Platz elf) trennen von Tabellenführer ​Borussia Mönchengladbach gerade mal drei Zähler - aber es ist eben auch wahr, dass die Bayern derzeit nur den dritten Rang belegen und die Westfalen einen Platz dahinter liegen. 


Bayern seit Tottenham ohne Sieg


Dritter gegen Vierter statt Erster gegen Zweiter, wie es in den letzten Saisons Usus war. Doch abseits der Statistiken und Tabellen ist es dann auch einfach die fußballerische Form, in der sich die beiden großen deutschen Vorzeigeklubs zeigen, die den Fans beider Lager Sorgen machen dürfte.


Eigentlich haben die Bayern bislang erst ein wirklich gutes Spiel gemacht - und das war in der Champions League beim 7:2 gegen Tottenham.  


Der Wert dieses Musters ist angesichts eines siebten Platzes der Spurs in der momentanen ​Premier-League-Tabelle (bei schon fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Chelsea und deren 13 (!) auf den Tabellenführer aus Liverpool) jedoch eher gering anzusiedeln. Und selbst an jenem Abend an der New White Hart Lane hätte das Ganze auch in eine andere Richtung gehen können...


In der ​Bundesliga jedenfalls gab es keinen einzigen wirklich überzeugenden Auftritt über die kompletten neunzig Minuten Spielzeit, und der Trend geht mittlerweile eindeutig nach unten. Dem 1:2 vor heimischen Publikum gegen die TSG Hoffenheim (vier Tage nach der Gnabry-Gala in London) vor der Länderspielpause folgte ein ähnlich fehlerhafter und pomadiger Auftritt beim zu der Zeit ebenfalls stark kriselnden FC Augsburg. 


Überhaupt: auch die ​TSG Hoffenheim war vor ihrem München-Besuch im Krisen-Modus.Danach nicht mehr. Der FC Bayern entwickelt sich in dieser Spielzeit allmählich zum Aufbaugegner für die kriselnde Konkurrenz. 


Nach dem 3:2-Sieg bei Olympiakos haben die Bayern nun bereits in fünf Spielen in Serie zwei Gegentreffer kassiert. Die Defensivporbleme des Rekordmeisters sind unverkennbar - offensiv hilft derzeit immerhin die Ausnahmeform von Robert Lewandowski und auch von Serge Gnabry.


Verletzungsmisere kommt hinzu


Und haste erst kein Glück, kommt meistens auch noch das Pech hinzu. Denn jetzt werden die Bayern von der Verletzungsseuche gebeutelt, und bekommen ihre etwas sonderbare Personalpolitik aus der Sommerpause (vor allem was ihre Defensive anbelangt) voll um die Ohren geknallt.


Bei der Borussia aus Dortmund sieht es nicht viel besser aus, wenn wir davon absehen, dass die Titelambitionen rund um den Signal-Iduna-Park nicht ganz so zwingend sind wie beim Branchenprimus. Dennoch wurde dem Trainer Lucien Favre ein Kader zur Verfügung gestellt, mit dem man prinzipiell sämtliche sportlichen Ziele mit der Maßgabe angehen muss, sie auch zu verwirklichen. 


Doch die Mannschaft scheint sich immer mehr dem zaudernden und zögerlichen Naturell ihres Trainers anzupassen. Ein recht gutes Spiel gegen an diesem Tag aber auch unter Wert geschlagene Leverkusener am vierten Spieltag (4:0) - das war es dann auch schon mit der Borussen-Herrlichkeit. 


Das starke 0:0 gegen Barça am ersten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase scheint gefühlt schon Monate zurückzuliegen. Seit dem Viererpack gegen Bayer bekam Dortmund nur noch einen Sieg in der heimischen Liga zustande. 


Der jedoch gegen den Tabellenführer aus Mönchengladbach, sodass auch die Dortmunder (noch) davon profitieren, dass in der derzeitigen Tabelle alles hauchdünn beieinander ist. Punktgleich mit den Bayern sind sie ebenfalls nur einen mickrigen Punkt vom Platz an der Sonne entfernt. 


BVB-Auftritt in Mailand lässt Zweifel aufkommen


Aber es sind eben nicht nur die nackten Zahlen, die über die Form einer Mannschaft sprechen, sondern - und vor allem - das, was man wöchentlich von ihr auf dem grünen Rasen zu sehen bekommt. 


Der gestrige Auftritt bei Inter Mailand im Giuseppe-Meazza-Stadion dürfte die BVB-Anhänger mit Blick auf die kommenden Wochen nicht optimistischer gestimmt haben. 


Was erwartet uns also am 9. November? Angesichts der bisherigen Leistungen ein Spiel zweier Mannschaften, die ihrer Form auch nach einem guten Drittel der Saison meilenweit hinterherlaufen.