Am gestrigen Abend musste Borussia Dortmund eine ​0:2-Niederlage gegen Inter Mailand in der Champions League hinnehmen. Ein Spiel, das erneut viel Kritik erzeugte und dabei vor allem Lucien Favre traf. Die Stimmen und Netzreaktionen zum enttäuschenden Spiel.


Die Umstellung von Lucien Favre, erstmals mit einer Dreierkette in der Defensive zu agieren, blieb über weite Teile das größte Highlight im Spiel von ​Borussia Dortmund. Ein sehr mühsames, unkreatives und gefahrloses Spiel lieferte der BVB ab, was Inter Mailand zwar nicht allzu dominant, aber dennoch sicher, souverän und am Ende auch verdient mit 2:0 vor den heimischen Fans gewinnen konnte.


Favre sah ein "gutes Spiel" seiner Mannschaft - noch immer alles möglich


Gegenüber den Mikrofonen von DAZN und Sky äußerten sich die Verantwortlichen Dortmunds danach zu dem Auftritt. "Ich denke, wir haben gut gespielt, in der ersten Halbzeit waren wir sehr, sehr stabil", resümiert Trainer Favre. Mit dieser Äußerung sorgte er unter den Fans in den sozialen Netzwerken für große Verwunderung - immerhin hatten sie nach mehrheitlichem Empfinden alles andere als einen guten Auftritt gesehen. Auch wenn man unglücklich das Gegentor bekommt, "war es okay", so Favre weiter, der dazu "viele Torchancen" betont. 


Zum vorgelegten Matchplan äußerte sich der 61-Jährige ebenfalls: "Es war geplant, so zu spielen, sehr kompakt zu spielen, mit Pressing im richtigen Moment. Das haben wir gut gemacht, wie ich finde." Auch wenn man nicht nur abwarten sollte, war das Spiel auch in dieser Hinsicht "okay" für Favre. Demnach hätte man durch "zwei, drei Möglichkeiten" den Ausgleichstreffer erzielen müssen, bevor das zweite Mailand-Tor fiel. Dennoch betonte er zum Abschluss, dass in dieser "sehr schweren Gruppe" noch immer alles möglich sei.


Hummels: Gegentor durchkreuzte die Pläne - Auch Kehl sah den Plan als "ganz gut aufgegangen"


Auch Mats Hummels haderte nach dem Spiel mit dem ärgerlichen Gegentor. Man habe Inter bis dahin, und auch danach noch, die Waffen genommen. "Ich glaube, wenn wir das Ding nicht kassieren, dann kriegen wir Inter bis zum Ende des Spiels dahin, wo wir sie haben wollen", so der Abwehrchef, der darauf anspielt, dass Inter beim Stand von 0:0 im Verlauf des Spiels deutlich mehr ins Risiko hätte gehen müssen. "Das hat so eben leider nicht funktioniert." Zu Hause müsse man nun "viel dominanter" auftreten, mit einem stärkeren Pressing und "mehr Gas nach vorne". 


Auch Sebastian Kehl lobte den ursprünglichen Plan Favres. Man wollte mit der Umstellung "andere Situationen" kreieren: "Das ist ganz gut aufgegangen." Insgesamt habe man gut verteidigt, beim Gegentor "ein bisschen gepennt". "Wir waren nicht zwei Tore schlechter, das macht mich zuversichtlich für das Rückspiel in zwei Wochen", so Kehl, der abschließend noch auf den direkten Vergleich verwies und betonte, dass man bei den übrigen Heimspielen auch "mehr Möglichkeiten" bekommen wird. 


BVB-Fans im Netz mit viel Frust - Kritik an Favre wird lauter


Die Reaktionen der BVB-Fans im Netz sehen das Spiel mitnichten so gut, wie es seitens der Verantwortlichen nach dem Spiel klang. Viel Kritik richtet sich vor allem erneut an Lucien Favre, der u. a. mit einer erneuten Nicht-Berücksichtigung von Mario Götze zu wenig Kreativität ins Offensivspiel gebracht habe. Vor allem Favres Aussagen nach dem Spiel (s.o.) sorgten für zusätzlichen Frust.


Mittlerweile wird zudem moniert, dass die Mannschaft als Kollektiv und auch einzelne Spieler in den letzten Monaten, seit dem Verspielen einer möglichen Meisterschaft in der letzten Saison, keinen sichtbaren Fortschritt mehr in der Entwicklung gehen konnte. Die Art und Weise Fußball zu spielen, im Angesicht der eigentlichen Möglichkeiten, frustriert ebenfalls viele Fans.


Am Samstag folgt mit dem Derby gegen ​Schalke 04 somit ein Spiel, was ohnehin eine enorm große Brisanz erfährt. Durch die durchaus erhitzte Stimmung der Dortmunder könnte es, sollte das Spiel aus BVB-Sicht nicht positiv ausgehen, zum Knall kommen. Favre steht bei vielen Anhängern in der Kritik - eine Derbyniederlage würde Öl ins bereits leicht lodernde Feuer gießen.


Auf der anderen Seite weiß natürlich auch jeder, der schonmal vom epischen Duell des Revierderbys gehört hat, dass man mit einem Sieg auch viel Schlechtes vergessen machen kann. Gewinnt man auf Schalke, könnte das neue Impulse freisetzen. Diese können eine Mannschaft auch über die schwierigen, anstehenden Wochen tragen.