​​Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl schließt gegenüber der SportBild einen Verkauf vom Namen des Stadions nicht mehr rein kategorisch aus. Im Kampf um die europäischen Plätze möchte die Borussia im Vergleich zu anderen ambitionierten Verein nicht ins Hintertreffen geraten. Nur bei zwei von 18 Bundesligisten sind die Stadionnamen nicht nach Sponsoren benannt. 


Seit 2004 spielt Borussia Mönchengladbach mittlerweile im Borussia Park, nachdem die Fohlenelf den Spielort vom alten Bökelbergstadion gewechselt hatte. Das erste Bundesligaspiel im Borussia Park verlor Gladbach gegen die Namenscousine Borussia Dortmund 3:2. 

Neben dem Stadion an der Alten Försterei des Aufsteigers Union Berlin ist der Borussia Park das einzige vereinsinterne Stadion in der Bundesliga, dass noch nicht aufgrund von Sponsoren umbenannt wurde. 


Werden die Bundesligisten betrachtet, die sich in dieser Saison für europäische Wettbewerbe qualifiziert haben, stellt man fest, dass Borussia Mönchengladbach der einzige Verein ist, der ohne Investoren oder strategische Partner auskommt. Ein Engagement eines Investors schließt Eberl allerdings deshalb aus, "weil wir ein Klub sind, der sich klar zu seinen Werten bekannt hat. Wir sind ein 50+1-Verein, der immer sein eigener Herr im Haus ist." 


Strategische Partner wären hingegen für den Sportdirektor der Gladbacher denkbar, als Vorbild betrachtet Eberl den Rekordmeister: "Der FC Bayern hat mit seinen strategischen Partnern eine hervorragende Lösung gefunden, diese Dinge miteinander zu verknüpfen. Natürlich kann das auch für uns mal interessant sein."


Namensverkauf des Stadions nicht auszuschließen 


Natürlich wird es registriert, wenn andere Vereine mit den Hufen scharren um sportlich erfolgreich zu sein und wirtschaftlich eine hohe Summe an Geldern mobilisieren. Bei ​Werder Bremen etwa, die seit dieser Saison zum Unmut der Fans im Wohnivest Weserstadion spielen und über die Laufzeit eines Zehnjahresvertrages jährlich lediglich drei Millionen Euro vom Sponsor bekommen.


Auch Hertha BSC hat (via SportBild) zu dieser Saison 37,5 Prozent seiner Vereinsanteile für die stattliche Summe von 125 Millionen Euro an Investor Lars Windhorst (42) verkauft.  

Im Sommer könnte der Investor seine Anteile auf 49,9 Prozent aufstocken, den Berlinern würden dann weitere 100 Millionen Euro zu Gute kommen. 


Gegenüber dem Boulevardblatt spricht Eberl deshalb über einen möglichen Verkauf der Namensrechte am Borussia-Park, um anderen Vereinen mit einer höheren finanziellen Strahlkraft auf lange Sicht gewachsen zu sein. "Wenn plötzlich ein Unternehmen kommt, dass uns zehn Millionen Euro im Jahr für die Namensrechte an unserem Stadion bietet, dann müssten wir uns Gedanken machen. Das bedeutet für Borussia viel Geld. In jedem Fall haben wir eine Verpflichtung gegenüber dem Klub." Auf der anderen Seite verspricht Eberl zugleich, dass der Name "Borussia-Park", wie auch bei den Bremern der Name "Weserstadion", weiterhin im gesamtheitlichen Namen enthalten bleiben würde. 


Stadion verkaufen? Es läuft doch!


Auf der einen Seite kann man die Problematik verstehen, die den Gladbachern bevorsteht. Während sich andere Vereine finanziell rüsten, um zukünftig europäisch vertreten zu sein, bewahrte Borussia Mönchengladbach bisher stetig seine Tradition und folgte dem finanziellen Lockruf nicht. Trotzdem konnte die Borussia sportliche Erfolge feiern, seit dem gerade so abgewendeten Abstieg 2011 gelang es Borussia Mönchengladbach auch ohne große Finanzspritzen von Investoren, Sponsoren oder strategischen Partnern, sich in der oberen Hälfte der Tabelle zu etablieren und war zudem mehrfach europäisch vertreten. 


Die Ambitionen und die Hoffnung auf Erfolge sind dementsprechend in den letzten Jahren gestiegen, endgültig konnte Gladbach sich aber nicht unter den ersten sechs Teams festsetzen. 

Die Konkurrenz ist groß, viele Teams der Bundesliga befinden sich finanziell auf einem ähnlichen Level wie Borussia Mönchengladbach und trachten nach dem sportlichen Erfolg. 

In der Bundesliga geht es sehr eng zu, um dem Druck und den finanziellen Mitteln anderer Klubs gewachsen zu sein, wird sich die Borussia überlegen müssen, eine zukünftige Umbenennung in Erwägung zu ziehen. 


Ohne Frage verbinden die Gladbacher Fans mit dem Borussia-Park weniger Emotionen als mit dem altehrwürdigen Bökelbergstadion. Dort feierten die Fohlen die größten Erfolge der Vereinsgeschichte und spielten dort über lange Zeit. Dennoch konnten die Fans am Niederrhein immer stolz darauf sein, dass die Borussia sich auf ihre Werte besann und die Tradition seit jeher einen hohen Stellenwert eingenommen hat. Durch die mögliche Veränderung des Namens "Borussia-Park" wird Borussia allerdings nur wenig an tatsächlicher Tradition einbüßen.