​Der BVB muss am Mittwochabend in der ​Champions League gegen Inter Mailand antreten. Die Nerazzurri sind nach tristen Jahren auf bestem Wege, wieder an den Glanz aus erfolgreichen Zeiten anzuschließen. 90min stellt euch mithilfe unserer italienischen Kollegen das Wichtigste über den kommenden BVB-Gegner vor.


Jahrelang war Inter Mailand ein Schatten seiner selbst. Die Lombarden rutschten nach ihrem Triple-Gewinn im Jahr 2010 in der ​Serie A immer weiter ab und waren lange kein ernsthafter Titelkandidat mehr. In der Europa League blamierte man sich gegen Leichtgewichte wie Hapoel Be'er Sheva und wurde so zeitweise zu einer Lachnummer.


Inter langt im Sommer kräftig zu


Doch die Mailänder haben aus den schwachen Jahren die richtigen Rückschlüsse gezogen. Man ist wieder drauf und dran, eine fest Marke auf nationaler und internationaler Ebene zu werden. Bestes Beispiel dafür ist Antonio Conte, der in diesem Sommer auf der Trainerbank der Nerazzurri Platz nahm. Der Italiener steht wie fast kein Zweiter für Erfolg - und lotste im vergangenen Transferfenster einige Superstars in sein Team: Romelu Lukaku, Diego Godin, Alexis Sanchez, Nicolo Barella und Stefano Sensi genügen allerhöchsten Ansprüchen. Kein Wunder, dass Inter einen Saisonstart nach Maß hinlegen konnte.

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Von den ersten acht Spielen konnte man in der Serie A sieben gewinnen, lediglich gegen Serienmeister Juventus hatte man knapp das Nachsehen. Dass die Nerazzurri längst nicht mehr für müden Defensivfußball stehen, zeigt das vergangene Wochenende beispielhaft. In einem wahren Schlagabtausch setzte sich Inter beim US Sassuolo mit 4:3 durch - trotz einer zwischenzeitlichen 4:1-Führung wurde es am Ende aber nochmal eng. Conte mahnte daher, dass Inter "weniger verrückt" spielen müsse.


Und genau hier liegt die Chance für den BVB: Defensiv zeigte sich Inter zuletzt verwundbar, obwohl man personell mit Milan Skriniar, Stefan de Vrij und eben Godin herausragend besetzt ist. Das Trio kommt jedoch eher über den Zweikampf, mit wendigen und schnellen Spielern (wie der BVB sie in seinem Kader hat) kann man den Nerazzurri gut beikommen.


Player to watch bei Inter


Inter Mailand muss gegen den ​BVB definitiv auf Alexis Sanchez und Danilo D'Ambrosio verzichten. Zwar hätte das Duo wohl durchaus in der Startelf gestanden, wenn es fit gewesen wäre - ihre Ausfälle wiegen aber nicht so schwer wie der von Stefano Sensi. Der 24-Jährige ist das absolute Herzstück Inters, der wohl wichtigste Spieler für Contes System. Sensi fehlte zuletzt aber angeschlagen und wird gegen Dortmund wohl noch geschont. 


Daher rückt Matias Vecino ins Blickfeld. Der Uruguayer wird die Chance von Beginn an erhalten und muss abliefern - im Vergleich zu Sensi ist der 28-Jährige aber ein klares Downgrade. Mal schauen, wie er sich schlägt.

 

Wovor muss der BVB Angst haben?

Romelu Lukaku,Laturaro Martinez

Inters Sturmduo zeigte sich zuletzt in atemberaubender Verfassung. Beim erwähnten 4:3-Erfolg gegen Sassuolo erzielten Lautaro Martinez (​an dem der BVB übrigens vor einigen Jahren interessiert war) und Romelu Lukaku je einen Doppelpack. Die beiden Angreifer harmonieren immer besser und ergänzen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Charakteristika glänzend. Wenn die beiden Angreifer einmal ins Laufen kommen, müssen sich Mats Hummels und Co. warm anziehen. In der derzeitigen Form gehört das Sturmduo Martinez/Lukaku definitiv zu den besten in Europa!


Ausgangslage in der Gruppe F


Inter steht gegen den BVB bereits unter Druck. Die Mailänder müssen ihre Heimspiel gegen Dortmund gewinnen, um weiterhin realistische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale zu haben. Denn gleich am ersten Spieltag der Königsklasse leistete sich Inter das schwächste Spiel der Saison, das gleichzeitig in einen Ausrutscher mündete: Im San Siro trennte man sich von Slavia Prag nur 1:1 - anschließend ging es zum FC Barcelona, wo man eine bärenstarke Vorstellung ablieferte und unverdient mit 2:1 verlor.


So kommt es, dass Inter bislang nur einen Zähler auf dem Konto hat, der BVB dagegen schon vier. Die Dortmunder dürften sich daher mit einem Remis zufrieden geben, Inter muss voll auf Sieg spielen.