Fin Bartels ist für viele ein Sinnbild für das Wort Verletzungspech. Der Offensivspieler, der seit 2014 bei ​Werder Bremen unter Vertrag steht, war über die letzten Jahre immer wieder verletzt. Sein Vertrag läuft zum Sommer aus, doch Sportchef Frank Baumann macht ihm Hoffnung auf ein neues Arbeitspapier.


Der Vertrag von Fin Bartels wurde zuletzt im Frühling des letzten Jahres verlängert, vor etwas mehr als eineinhalb Jahren. Damals entschied man sich für eine Laufzeit bis 2020, was - mitten während einer schweren Verletzungsphase - ein echtes Statement war. Nun nähert man sich langsam dem Ende dieser Laufzeit, doch Bartels ist immer noch und immer wieder verletzt. Deshalb konnte er seinen neuen Vertrag mit bislang nur zwei Minieinsätzen (einmal sechs und einmal 15 Minuten) würdigen. 


Baumann: Bartels ist für die Mannschaft sehr wichtig


Aufgrund dieses ungewöhnlichen Hintergrunds zwischen Bartels und den Bremern besteht jedoch die Möglichkeit, dass man dem 32-Jährigen erneut einen weiteren Vertrag anbieten wird. "Er ist lange im Verein, als Typ ist er sehr wichtig für die Mannschaft", so Sportchef Frank Baumann gegenüber der Bild. Auch wenn er Bartels damit Hoffnung macht, will man "das wie bei anderen Spielern in Ruhe angehen" und dann "zu gegebener Zeit die Gespräche aufnehmen", so Baumann weiter, der sich noch nicht festlegen wollte, ob es diese Möglichkeit geben wird. 


Die Verletzungshistorie von Bartels liest sich ziemlich schwer. Während er in seiner Anfangszeit nur mal das eine oder andere Spiel verpasste, wie jeder andere Spieler auch, kam es im Winter 2017 zum Schock: Durch einen schlimmen Achillessehnenriss fiel er ganze 428 Tage aus. Vom Dezember 2017 bis zum Februar 2019 - dass ein Fußballer ein komplettes Kalenderjahr ausfällt, ist mehr als ungewöhnlich und führt bei vielen Profis im gehobenen Alter (Bartels war fast 31 zu Beginn der Auszeit) zum vorzeitigen Karriereende. 


Eine Verletzung jagte die nächste - Bartels gibt jedoch nicht auf


Nicht so beim gebürtigen Kieler. Er kämpfte sich durch die Reha und anschließende Fitness-Rückstände im Training. So kam er dann zu den bereits angesprochenen kurzen Einwechslungen. Dann der zweite Schock direkt im Anschluss: Nur einen Monat, nachdem er wieder einigermaßen fit wurde, die nächste Verletzung. Eine Muskelverletzung bedeutete bereits im März das Ende der Saison. Damit jedoch nicht genug. Im Sommer war eine anschließende Knie-OP notwendig, deren Folgen noch immer andauern. Wenn alles gut läuft, ​könne man noch in dieser Saison ein Comeback erwarten


Im besten Fall (!) hat Bartels somit zwei Jahre seiner Karriere verloren. Nicht nur, dass er in dieser Zeit nicht spielen konnte, auch die psychischen Auswirkungen solcher schweren Verletzungen, dazu die Rückschläge, die immer wieder folgten, sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Dennoch kehrte er immer wieder zurück, und wird das auch in dieser Saison noch tun. "Warum nicht?", entgegnete Baumann auf die Frage, ob man diese zwei verlorenen Jahre in Form eines neuen Vertrags aushandeln kann.