So ganz weiß man auch nach einem knappen Viertel der Saison noch nicht, wohin die Reise des ​BVB in dieser Spielzeit geht. Nach zuvor drei Ligaspielen in Folge ohne Sieg war der Sieg im Spitzenspiel gegen die Namensschwester aus Mönchengladbach vor allem für die Stimmung wichtig. Gerade jetzt, vor dem richtungsweisenden Spiel in der Königsklasse bei ​Inter Mailand.


Dass es überhaupt zu dieser kleinen Krisenstimmung in den vergangenen Wochen gekommen ist, ist mit den nackten Zahlen eher nicht zu begründen. Nach acht Spieltagen liegt die Borussia zwar nur auf dem vierten Rang, ist aber auch nur einen Punkt vom Tabellenführer (dem jüngst geschlagenen Gegner aus Mönchengladbach) entfernt. 


Angesichts der schwächelnden Konkurrenz aus München (mit zwei Spielen ohne Sieg in Folge) war der Sieg gegen den Tabellenführer so gesehen schon beinahe zwingend. Und er war wichtig, um dem vor der Saison verkündeten Ziel (um die Meisterschaft mitzuspielen) auch eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verleihen. 


Wichtiger Sieg gegen die andere Borussia


 "Es war sehr wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben", urteilte Mittelfeldchef Axel Witsel gegenüber dem kicker, "wir wussten, dass die nächsten Wochen noch mehr Topspiele bringen. Da wollten wir unbedingt mit einem Sieg starten." 


Dies ist gelungen. Und noch besser sieht es in der Champions-League-Gruppe F aus. Nach zwei Spielen thront der BVB auf dem ersten Rang, ist bislang noch ungeschlagen. 


Schwerer Gang nach San Siro


Doch am Mittwochabend (21.00 Uhr) wartet (neben dem Match im Nou Camp) eine der härtesten Aufgaben der diesjährigen Gruppenphase: Inter Mailand, das unter Antonio Conte gerade eine kleine Renaissance erfährt, empfängt die Borussen zu einem richtungsweisenden Spiel. 


Sollte die Borussia gewinnen, hätte sie bei dann noch neun zu vergebenden Punkten bereits ein Polster von deren sechs gegenüber den Norditalienern angehäuft und stünde dann schon mit einem Bein im Achtelfinale. Selbst ein Unentschieden wäre für die Westdeutschen wertvoller als für die Lombarden. 


Für einen der BVB-Akteure ist das übermorgige Spiel auch ein Wiedersehen mit einem alten Freund. Axel Witsel trifft dann nämlich auf einen seiner engsten Freunde: Romelu Lukaku. 

Vielleicht ist der Inter-Stürmer auch schon etwas mehr als ein Freund, denn immerhin nennt Witsel ihn "Bruder". Doch brüderliche Gefühle kann und darf sich Witsel am Mittwoch, zumindest während der neunzig Minuten auf dem Rasen, keine leisten.