Den Mumm musst du erstmal haben. ​Vor dem immens wichtigen Duell gegen Borussia Mönchengladbach suspendierten die Bosse von Borussia Dortmund ihren vielleicht besten Spieler. Jadon Sancho wurde nicht für das Spiel berücksichtigt, da er nach der Länderspielpause zu spät zum Verein zurückkehrte. Die Suspendierung war riskant, aber definitiv nachvollziehbar.


Obwohl es die Spieler sind, die einem Verein den Erfolg letztendlich bescheren, sitzen die Chefs der Klubs auf der Trainerbank und am Konferenztisch. Dass einige Spieler sich über die Hierarchie in den Vereinen hinweg setzen, ist allerdings nichts Ungewöhnliches mehr. Die Klubs reagieren auf solche Vergehen unterschiedlich. Während einige einen Geldstrafenkatalog haben, schauen wieder andere darüber hinweg. Der ​BVB schmiss den Übeltäter kurzerhand aus dem Kader.


Vor dem Kracher gegen den ​Tabellenführer aus Gladbach kam diese Reaktion durchaus überraschend, war Sancho nicht zuletzt der auffälligste Offensivspieler der Borussia. Doch Verdienst schützt nicht vor Strafe, wie der BVB nun zeigte. Auch Stützen des Teams haben sich an bestimmte Regeln zu halten. Gerade Dortmund kann von aufmüpfigen Spielern ein Lied singen.


Dembele und Aubameyang sind mahnende Gegenbeispiele


In den letzten zwei Jahren tanzten mit Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang zwei Profis und Stammspieler der Borussia auf der Nase herum. Im Endeffekt verdiente der BVB an beiden Spielern eine ordentliche Summe Geld, doch die Streiks und mediale Aufmerksamkeit störten die Konzentration und ließen den Verein beben.


Aus diesem Grund ist gerade in Dortmund ein konsequenter Umgang mit den Spielern enorm wichtig. Bevor ein Spieler den Dampfkessel zum Explodieren bringt, stellen die BVB-Bosse lieber den Herd aus und gießen das Wasser ab. Dadurch zeigt sich der Verein nach innen hart, aber durchsetzungsfähig. Arbeitgeber und Chef ist hier immer noch die Borussia.


Hätten die BVB-Bosse das Vergehen ignoriert, wäre dies auf lange Sicht nach hinten losgegangen. Zum einen hätte Jadon Sancho, der sowieso nicht der einfachste Spieler sein soll, mehr Freiraum als vielleicht andere Profis im Verein bekommen. Zum anderen müsste Dortmund von nun an alle Vergehen in der Mannschaft neu einordnen. Mit der Suspendierung ersparte man sich im Endeffekt jede Menge Aufwand.


Vergehen von Sancho keine große Sache - BVB macht sich durch andere Kaderentscheidung fragwürdig


Was Jadon Sancho darüber denkt, ist eine andere Frage. Zu hoch sollte man das Vergehen allerdings nicht einstufen. Sancho ist gerade einmal 19 Jahre alt und inmitten eine Reifephase. Dass man in diesem Alter sich mal daneben benimmt, gehört wohl zum Leben dazu. Auch hier hat sich der BVB richtig verhalten. Die schnelle Suspendierung wurde nicht groß thematisiert, das meiste blieb intern. So sollte es sein!


​Und auch weil Dortmund das Borussia-Duell gewann, wird die Kaderstreichung auch keine große Nachwehen mit sich ziehen. Doch die Suspendierung wäre auch unabhängig vom Ausgang korrekt gewesen. Vielmehr sollte man sich beim BVB fragen, ​ob man einen gesundheitlich angeschlagenen Spieler auf den Platz schicken sollte...