Der amtierende mexikanische Meister Tigres UANL sorgte im Ligaspiel gegen Tuborones Rojos de Veracruz für einen Eklat. Wegen der chaotischen Zustände beim Tabellenletzten der Liga MX wollten die Spieler mit einem dreiminütigen Streik ein Zeichen setzen, Tigres ließ allerdings jegliches Fairplay vermissen und nutzte die Aktion für zwei Tore aus.


Mit vier Punkten belegt Veracruz den 19. und letzten Tabellenplatz der obersten mexikanischen Liga. Nach 13 Spielen ist die Mannschaft von Enrique López noch immer sieglos, vier magere Unentschieden bedeuten die einzigen Zähler in dieser Saison. 


Dass der Rückstand auf Platz 18 sieben Punkte beträgt, ist allerdings nicht das größte Problem des Vereins. "Es gibt Kollegen, denen das volle Gehalt für fünf oder sechs Monate geschuldet wird", erhob Kapitän Carlos Salcido laut ​Marca nur einen von mehreren schweren Vorwürfen (zitiert via ​transfermarkt.de). Aufgrund der ausstehenden Gehälter hätten einige Spieler bereits ihre Wohnungen verlassen müssen, bemängelt wird zudem die medizinische Betreuung sowie die mangelhaften Zustände im Frauen- und Nachwuchsbereich.


Im Heimspiel gegen Tigres wollten die Profis ihren Unmut mit einem dreiminütigen Streik zum Ausdruck bringen. Nach dem Anstoß wurde der Ball zu Torhüter Sebastián Jurado gespielt worden, anderthalb Minuten später setzte der frühere Stürmer des FC Toulouse und Olympique Marseille, André-Pierre Gignac, Jurado unter Druck. Daraufhin gelang der Ball zum Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas, der in der zweiten Minute das Führungstor für die Gäste erzielte. Zwei Minuten später erhöhte Gignac selbst auf 2:0, nach acht Minuten schraubte Vargas den Spielstand auf 3:0.


Salcido: "Eine Traurigkeit"


Bei Veracruz sorgte die Nichtbeteiligung des Gegners am Streik für Unverständnis. "Die Spieler von Tigres wussten genau, dass wir drei Minuten streiken würden", kritisierte Salcido, der die beiden Tore durch Vargas und Gignac als "eine Traurigkeit" bezeichnete. "Am Ende des Tages sind wir alle Profis, wir sind im Fußball und wir haben einfach gesehen, was passiert ist", so der 39-Jährige.


Die Gäste stellten die Weichen jedoch früh auf Sieg, halten so den Druck auf Tabellenführer Santos Laguna aufrecht. Mit nun 23 Punkten befindet sich Tigres noch immer mitten im Kampf um die Tabellenspitze, von Rücksicht war in der Nacht zum Samstag keine Spur.