Der Salut-Jubel der türkischen Nationalmannschaft ist in aller Munde. Wenn am Wochenende in der Bundesliga der Ball rollt, stellt sich die Frage, wie Liga und Schiedsrichter reagieren, sollte ein Spieler mit dem Militärgruß jubeln. Die Referees haben auf einer Tagung am Donnerstag den Umgang festgelegt.


​Die Länderspielpause hatte einiges an (negativen) Gesprächsstoff zu bieten: In Bulgarien musste die englische Nationalmannschaft die nächsten ​rassistischen Vorfälle über sich ergehen lassen, ​die türkische Auswahl polarisierte mit ihrem gemeinschaftlichen Militärgruß-Jubel.


Die UEFA kündigte bereits Ermittlungen gegen den Salut der Türken an. "Provokatives politisches Verhalten", lautet der offizielle Vorwurf. Sperren und/oder Geldstrafen könnten drohen. 


Wie geht die Bundesliga mit dem Militärgruß um?


Am Wochenende geht der Vereinsfußball weiter - dann könnte uns nicht nur in der ​Bundesliga ähnliches erwarten. Direkte Strafen im Anschluss an einen Salut-Jubel müssten Spieler in Form von gelben oder roten Karten aber nicht befürchten, berichtet die Bild.


Bei einem Routine-Treffen der Schiedsrichter am Donnerstag in Frankfurt wurde die Thematik besprochen: Auf dem Platz sollen die Unparteiischen darauf nicht reagieren. Allerdings sollen Vorfälle dieser Art im Spielbericht vermerkt werden, damit das DFB-Sportgericht im Anschluss mögliche Strafen aussprechen kann.


Salut ein Fall für das Sportgericht


"Ein Spieler wird verwarnt, wenn er mit provozierenden, höhnischen oder aufhetzenden Gesten oder Handlungen jubelt", heißt es in Regel 12. Für den Schiedsrichter im Einzelfall ist das beim "Soldatengruß" aber schwer zu bewerten - deshalb soll das zum Fall für das Sportgericht gemacht werden.


Neben den türkischen Spielern dann auch im Fokus: Herthas Davie Selke und Kölns Simon Terodde. Beide Spieler jubeln seit jeher mit einer Art Salut, wobei die Bewegung bei Terodde auch als Blick in die Ferne bewertet werden kann.


Selkes Jubel ähnelt da schon eher einem militärischen Gruß. Der 24-Jährige wird diesen am Samstagnachmittag gegen Bremen aber nicht gebrauchen. Nicht, weil er darauf verzichten möchte, sondern, weil er gegen sein Ex-Team generell keine Tore zelebriere, verriet er der Bild. Ansonsten will er aber weiterhin an seiner Geste nach Toren festhalten.