​Der ​FC Bayern München musste vor der Länderspielpause einen herben Rückschlag verkraften. Vor heimischem Publikum zog der deutsche Rekordmeister gegen die bislang über weite Strecken enttäuschende ​TSG 1899 Hoffenheim mit 1:2 den Kürzeren und verlor dadurch die Tabellenführung. Die Niederlage weckte durchaus Erinnerungen an die letzte Saison, in der es für Cheftrainer Niko Kovac im Herbst richtig ungemütlich wurde.


Ende November 2018 stellte das 3:3-Unentschieden gegen Aufsteiger ​Fortuna Düsseldorf den bisherigen Tiefpunkt von Kovac beim deutschen Rekordmeister dar. Seine Mannschaft gab zu Hause eine 3:1-Führung aus der Hand und kassierte in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer. Nach acht Ligaspielen mit nur zwei Siegen rechneten damals nicht wenige mit dem Rauswurf des 48-Jährigen, der es jedoch anschließend mit seiner Mannschaft geschafft hat, den Schalter umzulegen und bis zum Saisonende nur noch ein Ligaspiel zu verlieren.


Kovac in der Pflicht


Die Pleite gegen Hoffenheim erinnerte durchaus an die Auftritte im vergangenen Herbst. Die Bayern hatten zwar deutlich mehr vom Spiel, in der Offensive fehlte es jedoch oftmals an der nötigen Durchschlagskraft und Kreativität. Mit einfachen und vermeidbaren Gegentoren brachte sich der deutsche Rekordmeister zudem auf die Verliererstraße. In den kommenden Partien muss Kovac beweisen, dass er mit seiner Mannschaft den nächsten Schritt gemacht hat und die Niederlage am 7. Spieltag ein einmaliger Ausrutscher war.

Bis zum Spitzenspiel gegen ​Borussia Dortmund am 11. Spieltag warten auf den FC Bayern mit dem ​FC Augsburg, ​Union Berlin und ​Eintracht Frankfurt Pflichtaufgaben, wobei die Partie bei der SGE nicht zu unterschätzen ist. Mit drei Siegen würde man auch den Druck auf den BVB, für den es zuletzt alles andere als rund lief, und die restliche Konkurrenz erhöhen. 


Auch im DFB-Pokal (​VfL Bochum) und in der Champions League (Hin- und Rückspiel gegen Olympiakos Piräus) darf es für die ambitionierten Münchner, sofern man bei der Vergabe des Henkelpotts ein ernstes Wörtchen mitreden will, keine Ausreden geben. ​


Müller birgt Zündstoff

In den nächsten Wochen muss sich Kovac auch eine Lösung für Thomas Müller einfallen lassen. Die Diskussion um den Ex-Nationalspieler, der sich über seine Reservistenrolle beklagt hatte, sorgte für reichlich Unruhe an der Säbener Straße. Ein Nebenkriegsschauplatz, der in dieser richtungsweisenden Phase der Saison wirklich fehl am Platz ist. Kovac tut in den kommenden Wochen sicherlich gut daran, in Sachen Rotation ein gesundes Maß zu finden, ohne dabei den sportlichen Erfolg zu gefährden.