​​Werder Bremens Verpflichtung von Benjamin Goller im Sommer sorgte nicht für sonderlich viel Aufsehen. Der Youngster kam ablösefrei von ​Schalkes Reservemannschaft aus der Oberliga Westfalen. Eigentlich ein typischer Einkauf für die U23 der Bremer. Ein Spieler, der es früher oder später einmal zu den Profis schaffen soll. Doch bei Goller ging das etwas schneller. 

Für Goller ging es direkt nach seiner Ankunft in Bremen zur Sache. Der 20-Jährige reiste mit den Profis zur Vorbereitung in das Trainingslager ins Zillertal. Hier konnte der offensive Wirbelwind bereits einen Testspiel-Treffer erzielen und Werders Trainer Florian Kohfeldt mit seiner Spritzigkeit überzeugen. 

​Nachdem der ehemalige Knappe seine fünfwöchige Muskelverletzung auskurieren konnte, stand er auf einmal im Rampenlicht des Bundesligisten. Erst einmal U23? Fehlanzeige! Wegen der großen Verletzungssorgen der Kohfeldt-Elf kam er bereits zu vier Bundesligaeinsätzen. Gegen RB Leipzig spielte der gebürtige Schwabe sogar durch. 

Überzeugen konnte Goller dabei auf jeden Fall. Nicht umsonst schickte Kohfeldt seinen Shootingstar auch zuletzt beim 2:2-Remis in ​Frankfurt auf den Platz.


​Goller sieht Manko in seiner Physis

​Wie viel Spielzeit Goller in den nächsten Spielen erhält, steht in den Sternen. Fakt ist: Der Offensivmann ist in Bremen gut angekommen, der Trainer mag ihn und er ist hungrig, will sich verbessern. 

​Ein Manko sieht er in seiner Physis: "Bei der Körperlichkeit muss ich noch zulegen. Ich gehe zwar regelmäßig in den Kraftraum, aber bei dem einen geht es schneller und bei dem anderen eben nicht." 


​Keine Vorwürfe wegen Füllkrugs Kreuzbandriss


Die nötige Schnelligkeit hingegen besitzt der Rechtsfuß schon. Zuletzt bemerkbar machte sich diese im Training, als er an seinen Teamkollegen Niclas Füllkrug vorbeizischte, dieser nur noch das Nachsehen hatte und sich ohne wirklichen Einfluss des Gegners ​das Kreuzband riss

"Es tat mir schrecklich weh, als er auf dem Boden lag und als ich von dem Kreuzbandriss erfahren habe", verriet Goller in der heutigen Medienrunde. Dennoch war für jeden direkt klar, er könne nichts dafür. Es habe also keine Vorwürfe gegeben und die Aufarbeitung sei dementsprechend schnell verlaufen. 


​Nach der Länderspielpause, in der er beim 1:0-Erfolg der deutschen U20 gegen die Schweiz 62 Minuten auf dem Platz stand, ist sein Fokus nun wieder voll und ganz auf den SVW gerichtet. Seine Devise ist klar und deutlich: "Ich hau mich einfach immer voll rein!"


​Bodenständiger Goller über seine Idole


​Trotz seines Turbostarts an der Weser konnte man in der Medienrunde immer wieder feststellen, wie bodenständig der Junge bleibt. Er weiß die Situation genau einzuschätzen, würde sich wohl auch mit einigen Einsätzen in der U23 zufrieden geben. Sein Ziel verliert er jedoch nicht aus den Augen, arbeitet hart daran sich immer zu verbessern. 

​Bei dem Spielstil von ​Bayerns ​Serge Gnabry und ​Manchester Citys ​Leroy Sané schaue er sich so einiges ab. Das klappt auch schon sehr gut, denn Goller ist in der Tat ein wendiger Spielertyp, der gerne das eins gegen eins sucht.