Jerome Boateng und der FC Bayern München wären in den vergangenen beiden Sommertransferperioden beinahe getrennte Wege gegangen, doch sowohl 2018 als auch 2019 zerschlug sich ein Wechsel des Innenverteidigers. In beiden Jahren soll Manchester United zum Interessentenkreis dazugehört haben, nach einer Absage seitens Boateng vor einem Jahr sollen sich in diesem Sommer die Red Devils gegen einen Transfer entschieden haben.


Das berichtet ​das Online-Portal The Athletic (via ​The Sun). Ausschlaggebend dafür sei das runderneuerte Scoutingsystem des Klubs. Demnach wolle man nach den zahlreichen teuren Investitionen der vergangenen Jahre, die sich nur selten ausgezahlt haben, potenzielle Transferziele schärfer unter die Lupe nehmen.


Wie es heißt, vertraue man neben einer Vielzahl an Scouts, die im vergangenen Jahr in 30 Ländern 13.800 Spiele beobachtet haben sollen, auf heutzutage übliche Scouting-Datenbanken. Seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson im Jahr 2013 habe man 45 zusätzliche Scouts verpflichtet, die analytischen Daten von Softwareprogrammen stehen jedoch verstärkt im Fokus. So heißt es unter anderem, dass ein Transfer von Joao Felix abgelehnt wurde, da er als physisch zu schwach für die Premier League eingestuft worden sei. Der 19 Jahre junge Portugiese wechselte stattdessen für 126 Millionen Euro von Benfica Lissabon zu Atlético Madrid.


Auffälligkeiten in der Schlussphase: Darum soll United Abstand von Boateng genommen haben


Auch von Jerome Boateng sollen die Verantwortlichen nach gründlicher Einsicht der Leistungsdaten abgerückt sein. Bereits vor einem Jahr wurde United mit dem Innenverteidiger in Verbindung gebracht, Boateng entschied sich allerdings gegen einen Wechsel nach Manchester und erteilte dem damaligen Trainer José Mourinho am Telefon eine Absage. "Es ist sehr schwer, den FC Bayern zu verlassen. Bei einem Wechsel muss schon alles passen, um diesen Klub zu toppen. [...] Ich habe [...] ihm gesagt, dass sein Interesse eine Ehre für mich ist und mich bedankt, dass er sich bei Manchester United so für mich ins Zeug gelegt hat", erklärte er gegenüber Sport Bild im September 2018 (zitiert via ​Sport1). 


Nach anfänglichem Interesse soll in diesem Jahr der umgekehrte Fall eingetreten sein. Demnach hätten die Daten des Weltmeisters aufgezeigt, dass er nach 70 Minuten abbaue und in der Schlussphase einer Partie langsamere Sprintgeschwindigkeiten verzeichne, weniger Zweikämpfe gewinne und anfälliger gegen schnelle Stürmer wirke. Aufgrund dessen habe Harry Maguire den Vorzug erhalten, der englische Nationalspieler wurde für die Rekordsumme von 87 Millionen Euro von Leicester City verpflichtet.