Unter David Wagner hat ​Schalke 04 in der Anfangsphase der aktuellen Saison einen wahren Aufschwung erlebt. Das macht sich nicht nur an den erspielten Punkten bemerkbar, sondern auch an den Auftritten und der Stimmung selbst. Guido Burgstaller kann sich das erklären: "David Wagner hat uns die Unsicherheit genommen."


Guido Burgstaller ist auf Schalke nicht der unumstrittene Mittelstürmer, wie man ihn gerne hätte. In den letzten Wochen machten sich immer mehr verschiedene Meinungen zu ihm auf - zwischen ​Malocher-Typ für das Team und dem momentanen Ruf als Torlos-Stürmer. ​Im Interview mit der Sportbild erklärte er jedoch, dass der Mannschaftserfolg für ihn über allem steht, und ebenso, wie es überhaupt zu diesem Aufschwung kam. 


Veränderung durch Wagner: "Eine ganz andere Gier" im Training und mehr Selbstvertrauen


"Wir haben nahezu das Optimum herausgeholt und können mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, sehr zufrieden sein", schloss er ein erstes Zwischenfazit ab. Dazu sei spürbar, dass in jeder Trainingseinheit "eine ganz andere Gier" vorhanden ist. Grund dafür: David Wagner. Im mittlerweile vierten Monat ist er der neue S04-Coach.


Auch Burgstaller sieht in dem Trainerwechsel sowohl neue Möglichkeiten, als auch sehr positive Veränderungen: "Wenn ein anderer Trainer kommt, dann ist das eine neue Chance für jeden einzelnen Spieler. Jeder will sich neu beweisen." Ein wichtiger und großer Schritt, wie Wagner einen positiven Lauf einbringen konnte, sieht der Stürmer darin, dass er den Spielern die Unsicherheit genommen habe. 


"Wir sollen mutig sein, uns das Selbstvertrauen zurückholen," sei demnach eine wichtige Parole gewesen. Das werde gut und schnell angenommen, so der Stürmer, der auch den positiven Start mit dem 0:0 gegen ​Borussia Mönchengladbach als "Initialzündung" mit einbezieht: "Die Sicherheit ist zurück."


Tor-Krise dauert an - "Mannschaftsleistung steht für mich über allem"

Für Burgstaller persönlich waren es zuletzt eher durchwachsene Wochen. Obwohl er (bis auf wenige Minuten) alle Spiele absolvierte, konnte er bislang kein Tor erzielen. Die sich darin entwickelte Kritik müsse man ausblenden, auch wenn sie ihn nicht kalt lasse. "Ich bin kein typischer egoistischer Stürmer. Der Sieg, die Mannschaftsleistung stehen für mich über allem." Schließlich ärgere er sich selbst am meisten über nicht genutzte Chancen, wie zuletzt der Pfostenschuss gegen den ​1. FC Köln


Allerdings rennt und arbeitet der 30-Jährige viel, reißt die berühmten Räume. Für ihn sei dies auch viel wert, weshalb er auch glaube, "dass Trainerteam und Mannschaft trotzdem zufrieden mit mir sind." Dazu räumte er ein, dass durch das hohe Laufpensum vielleicht das eine oder andere Mal die Konzentration und die entscheidende Power vor dem Tor fehlen könnte. 


Sein aktueller Vertrag läuft noch bis 2022 und seine Fußballkarriere möchte er auch auf Schalke beenden - zumindest was Europa angeht. "Ich würde gerne noch mal im Ausland spielen, in Australien", so Burgstaller, dessen Bruder zwei Monate in Sidney gelebt habe. Das sei ein Ziel von ihm und seiner Frau. Bis dahin wird es jedoch noch dauern, zunächst steht die Auswärtspartie gegen die ​TSG Hoffenheim (Sonntag, 18 Uhr) an.