​Am Freitagabend treffen zum Auftakt des achten Bundesligaspieltages die Teams von ​Eintracht Frankfurt und ​Bayer 04 Leverkusen aufeinander. Nicht nur aufgrund der engen Tabellenkonstellation verspricht die Partie Spannung. Auch die verschiedenen Spielstile der Mannschaften garantieren Tore. Beide Klubs müssen allerdings wichtige Punkte berücksichtigen, um etwas Zählbares aus dem Spiel mitzunehmen.


Bayer 04 Leverkusen


1. Aus der Vergangenheit lernen

Am vergangenen Spieltag traf Bayer 04 zuhause gegen RB Leipzig. Die Partie endete 1:1 und war, insbesondere aufgrund der ersten Halbzeit, etwas schmeichelhaft für Leverkusen. Vorne fahrig, hinten offen - die Werkself hatte Glück, dass Leipzig die Fehler im eigenen Spiel nicht ausnutzen konnte.


Mit Frankfurt steht nun ein Gegner vor der Tür, der den Leipzigern ähnlich ist. Beide Teams sind extrem vielseitig, können also sowohl das Spiel leiten als auch lauern. Zudem ist die Konterstärke der Frankfurter ein offenes Geheimnis. Keine guten Voraussetzungen also für die Rheinländer.


Aus diesem Grund sollte man eben nicht so spielen, wie gegen RB. Bayer 04 sollte individuelle Fehler und eine lückenhafte Abwehr tunlichst vermeiden.


2. Wie ersetzt man Aranguiz?

Der Punktgewinn gegen Leipzig forderte Opfer. Neben Linksverteidiger Sinkgraven fällt auch Mittelfeldregisseur Aranguiz aus. Der Chilene ist das Arbeitstier und Mentalitätsmonster in Leverkusen. Sowohl spielerisch als auch für die Moral ist Aranguiz enorm wichtig. ​Der Verlust des Spielers ist nicht eins-zu-eins aufzufangen.


Daher benötigt Leverkusen im Mittelfeld volle Konzentration und eine gut funktionierende Alternative. Für die defensiv stabilen Frankfurter bräuchte man eben einen kreativen und spielwitzigen Aranguiz, der auch mal eben aus dem Fußgelenk eine Chance herausspielen kann. Das könnte schwierig werden.


3. Frankfurt den Wind aus dem Segel nehmen

Leverkusen zeichnet sich diese Saison insbesondere durch den extremen Ballbesitz aus. Doch auch Frankfurt liegt das Spiel mit dem Ball. Gegen Bremen (2:2) hatte man 62% Ballbesitz und erspielte sich 25 Torchancen.


Um die Eintracht gar nicht erst in Schwung kommen zu lassen, muss Leverkusen also von Anfang an mitspielen und das Spiel an sich reißen. Prinzipiell kann Bayer 04 das, allerdings leidet hierbei häufig die eigene Torgefährlichkeit. Um Frankfurt daher auch gar nicht erst in eine abwartende Lauerstellung zu bringen, muss Leverkusen auch früh nach vorne spielen und Tore schießen. Erst wenn Frankfurt selbst nach vorne spielen muss, greift das Spielprinzip der Werkself richtig.


Eintracht Frankfurt


1. Konzentration auf Konter

Bayer 04 ist in der Defensive besonders anfällig. Ballverluste im Mittelfeld kann die Werkself nur schwierig verteidigen. Hier liegt die Chance für die Eintracht. Durch schnelle Konter und ein direktes Spiel nach vorne lassen sich die Gäste aushebeln.


Dass dieses Prinzip wirkt und dabei Chancen herausspringen, zeigten in dieser Saison bisher schon einige Vereine. Paderborn, Dortmund, Juventus Turin und jüngst Leipzig konterten bereits die Werkself problemlos aus.


2. Chancenwucher vermeiden

25 Torchancen und nur zwei eigene Tore - die Effektivität gegen Bremen ließ zu wünschen übrig. Daran muss die Eintracht arbeiten, denn Chancenwucher kostet nicht selten wertvolle Punkte.


Da aller Voraussicht nach Frankfurt das passivere Team sein wird, wird die Mannschaft von Adi Hütter wohl auch nicht auf eine solch hohe Menge an Chancen kommen. Daher müssen die Möglichkeiten genutzt werden, die man schließlich hat.


3. Überangebot im Mittelfeld

Anders als in Leverkusen hat man in Frankfurt kein Problem im Mittelfeld. Mit ​Sebastian Rode, Djibril Sow, Dominik Kohr, Daichi Kamada, Milos Gacinovic und Gelson Fernandes hat man sowohl Qualität wie auch Quantität.


Dieses Überangebot im zentralen Mittelfeld muss die Eintracht nutzen, um ihre Angriffe gegen die wacklige Defensive der Rheinländer einzuleiten. Hütter kann hierbei auch während des Spiels beliebig umstellen und die optimale Besetzung gegen Leverkusen finden.