​Nach sieben Spieltagen steht eine Mannschaft an der Tabellenspitze der ​Bundesliga, die nicht jeder dort erwartet hätte. Die ​Borussia aus Mönchengladbach münzte einen starken Saisonstart in noch bessere Ergebnisse um und thront nun von ganz oben. Ob es in diesem Jahr zur Meisterschaft reicht, darf bezweifelt werden. In jedem Fall sagt Sportdirektor Max Eberl dem großen Konkurrenten eine schwere Titelverteidigung voraus.


Nach einem spannenden Sommer mit einigen Transfers und Umstellungen, ging Gladbach mit vielen Fragen in die neue Saison. Nach nur wenigen Wochen können viele dieser Unklarheiten bereits beseitigt werden. Unter anderem ist klar, dass die Borussia einen enorm starken Kader hat, der in der Bundesliga immer wieder zu überzeugen weiß. 


Mit der Tabellenführung bleiben die Ambitionen der Fohlen weiterhin hoch. An ein Meisterschaftsrennen glaubt Eberl momentan allerdings noch nicht. Trotzdem ist er mit der aktuellen Situation natürlich zufrieden: "Es sind erst sieben Spieltage vergangen. Trotzdem nehmen wir die Momentaufnahme mit der Tabellenführung gerne mit", so der Sportdirektor im Interview mit der Sportbild.


Neue Herausforderung für den Rekordmeister


Der erste Tabellenplatz bedeutet unter anderem auch, dass der große Konkurrent aus ​München erst einmal hinter sich gelassen wurde. Eine Gratulation dafür gab es vom FC Bayern und Uli Hoeneß aber nicht: "Das braucht er auch nicht. So wie ich Uli kenne, wird es ihn extrem wurmen, wenn andere Vereine vor ihm stehen. Da habe ich auch nicht mit einer Nachricht gerechnet." Damit spielt er bereits darauf an, dass sich die Münchner in dieser Saison warm anziehen müssen.


Denn in dieser Spielzeit könnte die Serienmeisterschaft des FCB ein Ende finden, so glaubt zumindest Eberl. "Jetzt haben wir sechs, sieben, acht Mannschaften, die sehr eng zusammen sind. Das bleibt auch so, denke ich. Dadurch steigt die Chance, dass andere Mannschaften dem FC Bayern gefährlich werden. Die Bayern müssen sich diesmal nicht nur auf einen Verein konzentrieren, der angreift, sondern vielleicht auf mehrere." 


Ob Gladbach der erste Verfolger werden kann, liegt noch weit in der Zukunft. Doch die Mannschaft von Trainer Marco Rose wird es den Münchnern in jedem Fall schwer machen, dazu bedeutet der enge Kampf in der Bundesliga mächtig Eigenwerbung. "Die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn die Dichte so groß ist. Oft heißt es, dass die Qualität fehlt, wenn viele Mannschaften auf Augenhöhe sind. In der Champions League zeigt sich aber jetzt, dass die Qualität der deutschen Mannschaften hoch ist."


Es wird also ein spannendes Rennen im Kampf um die Meisterschaft. Nach mehr als vierzig Jahren könnte auch Gladbach wieder einmal auf den großen Triumph schielen. Doch spätestens ab dieser Saison hat die Bundesliga ein neues und deutlich ausgeglicheneres Gesicht. Die Borussia wird alles dafür tun, weiterhin für diesen Zustand zu sorgen.