Seine Genesung ​tut dem BVB gut. ​Nico Schulz drängt nach erfolgreich überstandener Verletzung zurück in die Mannschaft von Borussia Dortmund. Der Linksverteidiger verpasste durch eine Verletzung bei der Nationalmannschaft den Großteil der bisherigen Saison. Im Interview mit Sport1 erzählt der sommerliche Neuzugang von seinen ersten Monaten in Dortmund, seinen Zielen mit dem BVB und der Spielidee von Trainer Lucien Favre.


Im Sommer kam Nico Schulz ​für knapp 25 Millionen Euro aus Hoffenheim zu ​Borussia Dortmund. Dort traf er bereits zum dritten Mal auf Lucien Favre, den Schulz noch aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC kennt. Viel Spielpraxis in Dortmund unter Favre konnte Schulz allerdings nicht sammeln. Nur vier Pflichtspieleinsätze konnte der neunmalige Nationalspieler bisher verbuchen.


"Für eine Verletzung gibt es nie einen guten Zeitpunkt", so Schulz über seinen Ausfall in der Anfangsphase der Saison. Zwar hätte er nun Zeit gehabt, seine Wohnung weiter einzurichten, doch seine Laune hätte deutlich unter der Verletzung gelitten.


Selbstverständnis des BVB muss zurückkommen


Durch den Ausfall konnte Schulz seiner Mannschaft nicht helfen, als diese nach einem guten Start ins stottern geriet. "Man kann nicht pauschal sagen, warum es in den letzten Wochen nicht so gut lief", beurteilt Schulz die Spiele des ​BVB. "Es liegt dann eher an Momenten im Spiel. Wir haben gegen Barcelona ein gutes Spiel gemacht und unentschieden gespielt. Das ist dann ärgerlich."


Allerdings mache Schulz sich keine Gedanken darüber, dass die Borussia wieder die Kurve bekommt. Es seien einige erfahrene Spieler in den Dortmunder Reihen, sodass man sich nicht von kritischen Medien verunsichern ließe. Den Druck mache man sich vielmehr selber: "Es ist schwer zu erklären, aber wenn man in den letzten Spielen nicht so gut gespielt hat, geht man irgendwie anders in ein Spiel. Es ist nicht alles so selbstverständlich, wie es sein sollte oder wie ich die Borussia in der vergangenen Saison von außen betrachtet habe." Nur mit Arbeit und Kampf könne man sich dieses Selbstverständnis zurückholen.


Favre: Sachlich, detailverliebt und unemotional


Dass man in der kommenden Partie gegen seinen Ex-Klub Gladbach spielt, lässt Schulz kalt. Er habe "aus verschiedenen Gründen nicht die besten Erinnerungen an die Zeit dort". Von Verletzungen geplagt, kam Schulz in zwei Gladbacher Jahren nur auf 20 Pflichtspieleinsätze.


Auch für Favre ist die Partie gegen die Fohlen ein Spiel gegen die eigene Vergangenheit. Mit seinem Spielsystem brachte der Schweizer damals die Gladbacher zurück in die Erfolgsspur. "Er ist ein sehr detailversessener Trainer, der viel mit Videoanalysen arbeitet", kommentiert Schulz die Art des Trainers. "Auf dem Platz möchte er seine eigene Spielidee hervorbringen, wie wir mit Ball und gegen den Ball spielen sollen. Das versucht er uns so mitzugeben."


Favre versuche, immer sachlich und wenig emotional zu bleiben. Schulz sieht diese Eigenschaften zweigeteilt: "Das hat alles seine Vor- und Nachteile. Für diese Mannschaft (BVB; Anm. d. Red.) passt es ganz gut, dass er immer sachlich bleibt und wir wissen, was er von uns will und was wir besser machen müssen." Aus Hoffenheim kenne Schulz noch das erhöhte Temperament von Julian Nagelsmann. Trotz der unterschiedlichen Art habe es auch Nagelsmann geschafft, seine Spielidee umzusetzen.