Mit enorm kleinen finanziellen Mitteln schafft es der ​SC Freiburg immer wieder, sich in der Bundesliga festzusetzen. Dabei hilft auch das Scouting, um sportlich hilfreiche und später finanziell wertvolle Spieler zu finden und diese unter Christian Streich auszubilden. Wie man es beim SC gewohnt ist: Nur in einer Nummer kleiner.


Die Bild berichtet im "Scouting-Report" für den SC Freiburg, dass sich der Verein - wie auch in Angelegenheiten um Transfers und Verträge - beim Scouting nicht in die Karten gucken lassen möchte. Zu abhängig ist man von erfolgreichen Entdeckungen, die unter Christian Streich wachsen und lernen können. 


Gewohntes Mittel: Kleine Spieler zu großen Spielern machen


Wie grundsätzlich jeder Verein, der von den Strukturen her kleiner und finanziell nicht so breit aufgestellt ist wie die allermeisten Konkurrenten, ist es für die Freiburger wichtig, möglichst früh die Spieler zu entdecken, die später auch mit viel Gewinn verkauft werden können. So das Beispiel um Caglar Söyüncü; 2016 für 2,65 Millionen Euro verpflichtet worden, 2018 für rund 21 Millionen Euro nach Leicester verkauft worden. Neben dem knapp achtfachen Gewinn kam auch noch der sportliche Mehrwert über die zwei Jahre hinzu. 


"Insgesamt machen wir es wie alle anderen Vereine auch. Kleiner ein bisschen, wie wir auch als Verein sind", so Sportdirektor Klemens Hartenbach gegenüber der Bild. "Wir machen neunzig Prozent wie die anderen auch und die anderen zehn Prozent möchten wir für uns behalten. Das möchte ich nicht nach außen tragen."

"Besondere zehn Prozent" - blindes Verständnis durch Streich


Diese besonderen zehn Prozent dürften beim SC vor allem aus den Faktoren des Zusammenhalts und des sehr guten Verständnisses bestehen. Hartenbach kennt Trainer Christian Streich bereits seit über dreißig Jahren, dazu arbeiten beide schon ​seit gefühlten Ewigkeiten im Schwarzwald-Verein. So muss Streich nicht von Beginn an bei etwaigen Personalfragen zurate gezogen werden, wodurch er sich voll auf seinen Job als Coach konzentrieren kann. 


Beide verstehen und kennen sich. "Es ist sicherlich kein Nachteil bei der Rekrutierung, wenn man den Trainer gut kennt. Christian weiß, wie ich über Fußball denke und ich weiß, wie der Trainer denkt", so Hartenbach. Dieses blinde Verständnis erleichtert die jeweilige Arbeit für alle Parteien. Dazu arbeiten vier Scouts weltweit für Freiburg - nicht viel, aber erfolgreich. Beim SC gereifte Spieler wie ​Luca Waldschmidt, mittlerweile A-Nationalspieler, stehen symbolisch für die gute Arbeit. Auch ein Vincenzo Grifo, der zweifelsohne über viel Talent verfügt, scheint nur unter Streich richtig zu funktionieren. 


Für den SC-Sportdirektor wird das Thema Scouting allerdings als zu wichtig angesehen: "Scouting wird mir im Moment zu hoch gehängt. Das ist ein Arbeitsmittel, das dem Verein zur Verfügung steht." Ein Arbeitsmittel, das dem Verein regelmäßig und kontinuierlich dazu verhilft, nicht nur die Klasse zu halten, sondern auch erfolgreiche Serien wie beim aktuellen Saisonstart hinzulegen.