Die vergangenen Wochen würde man bei ​Borussia Dortmund gerne abhaken. Nur drei Unentschieden in der Liga und nervige Verletzungssorgen ​drücken auf die Stimmung. Langsam sieht man beim BVB aber wieder Licht am Ende des Tunnels. Für das kommende Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach steht der bislang verletzte Nico Schulz wieder zur Verfügung​. Auch bei Paco Alcacer besteht Hoffnung. Die Rückkehrer drängen ins Team und erhöhen den Konkurrenzkampf. Für Trainer Lucien Favre gilt es einige Positionsfragen zu klären.


LV: Schulz oder Guerreiro?

Durch die ​Rückkehr von Schulz steht auf der linken Verteidigerposition eine neue Alternative zur Verfügung. Dort spielte in fünf der letzten sechs Spiele Raphael Guerreiro. Der Portugiese machte seine Aufgabe gewohnt zuverlässig - anders als Schulz, der zu Beginn der Saison mehr schlecht als recht hinten links agierte.


Gegen die pfeilschnellen und frechen Gladbacher wird Favre um Ruhe im Spielaufbau und konzentriertes Verteidigen bemüht sein. Hier spricht die Tendenz eher zu Guerreiro, der zudem aktuell im Spielrhythmus ist. In Anbetracht der Bedeutung der Partie gegen den Tabellenführer und der langen Verletzungspause von Schulz ist dieser vielmehr eine Option für eine Einwechslung.


RV: Hakimi oder Piszczek?

Auch auf der anderen Seite der Abwehr sieht sich Favre mit einem Problem konfrontiert. Dort ist in der Regel Lukasz Piszczek gesetzt. Dieser zog sich beim 2:2 gegen den SC Freiburg Anfang Oktober jedoch einen Faserriss zu, wodurch auch er ausfiel. Achraf Hakimi sprang für den Polen ein und überzeugte.


Der Marokkaner ist in den vergangenen Wochen einer der wenigen Lichtblicke der Borussia. Der 20-Jährige zeigte sich vielseitig, stark in den Dribblings und torgefährlich. Zudem ist auch er wie Guerreiro im Spielrhythmus. Es wäre mehr als fragwürdig, wenn Favre den formstarken Profi gegen Gladbach auf der Bank lassen würde.


ZDM: Delaney oder Weigl?

Neben dem gesetzten Axel Witsel ist die zweite Position im defensiven Mittelfeld noch zur Ausschreibung freigegeben. Die größten Chancen auf einen Einsatz haben hier Julian Weigl oder Thomas Delaney. Während Weigl zu Beginn der Saison im Mittelfeld gesetzt war, eroberte sich Delaney nach einiger Zeit seinen Posten zurück.


Da nach Länderspielpausen teilweise die Positionen neu gemischt werden, ist diese Personalentscheidung offener denn je. Die letzten Spiele sprechen eindeutig für Delaney, allerdings war dieser mit dem dänischen Nationalteam auf Länderspielreise. Weigl hingegen konnte sich in den zwei Wochen dem Trainer anbieten, regenerieren und sich auf die ​Bundesliga vorbereiten.


Dennoch spricht die Tendenz leicht für Delaney. Mit Witsel gibt der Däne ein hervorragendes Duo ab, zudem ist gegen Mönchengladbach viel Erfahrung nötig. Weigl wird aller Voraussicht nach zurückstecken müssen.


LOM: Hazard oder Brandt?

Problematisch für Favre: Sowohl Julian Brandt als auch Thorgan Hazard sind zwar bemüht, aber offensiv bislang glücklos. Brandt kommt in neun Pflichtspielen auf ein Tor und zwei Vorlagen, Hazard immerhin auf vier Assists. Bisher wurde keiner der beiden Flügelspieler den Ansprüchen vollends gerecht.


Vieles spricht hier allerdings für Hazard, der zuletzt von Favre auch mehr Rückendeckung bekam. Zudem konnte Brandt auf der Länderspielreise mit Deutschland kaum Pluspunkte, geschweige denn Selbstvertrauen tanken. Während das Spiel gegen Argentinien (2:2) in Ordnung war, tauchte Brandt gegen Estland (3:0) unter. Zumal dürfte Hazard gegen seinen Exklub Gladbach, für den er 182 Mal auflief (46 Tore, 45 Vorlagen), besonders motiviert sein.


ST: Alcacer oder Götze?

Die Frage nach der Sturmbesetzung ist wohl am einfachsten zu beantworten. In den vergangenen Wochen plagte sich der normalerweise gesetzte Paco Alcacer mit ​hartnäckigen Achillessehnenproblemen rum, die ihm zuletzt sogar das Training verpassen ließen. Zwar teilte Lizenzspielleiter Sebastien Kehl mit, dass Alcacer trotz der Trainingspause körperlich nur wenig verloren habe, dennoch wird wohl der fitte Mario Götze starten.


Götze vertrat bereits in den vergangenen beiden Bundesligaspielen den Spanier und machte seine Sache insbesondere gegen Werder Bremen sehr gut. Anstatt also eine schwerwiegendere Verletzung von Alcacer zu provozieren, könnte Favre mit Götze eher auf Nummer sicher gehen. Allerdings sind auch Jacob Bruun Larsen und Julian Brandt Optionen in der Sturmspitze; Mario Götze hat seinen Startplatz also trotz der Verletzung von Alcacer nicht sicher.