Der verzwickten Situation bei ​Bayern München zwischen Trainer Niko Kovac und Vereins-Ikone Thomas Müller scheint zunächst keine Entlastung bevorzustehen. Kovac ist dabei in ein Dilemma geraten - egal, was er nun macht. 


Mit dem Satz "Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen", hat Niko Kovac mehr gesagt, als er sagen wollte. Was kurz vor dem Spiel gegen die ​TSG Hoffenheim als normale Aussage im Bezug auf die Einsatzzeiten Müllers gemeint war, offenbarte womöglich deutlich mehr. 


Coutinho-Transfer hilft sportlich enorm - für Kovac eine schwierige Situation


Mit dem Transfer von Philippe Coutinho war absehbar, dass Thomas Müller der große Verlierer dessen werden wird. Der 30-Jährige stand schon zuvor in der sportlichen Kritik, und durch den mittlerweile angekommenen und eingespielten Coutinho wurde seine Situation nicht einfacher. Kovac hat dabei zunächst nichts falsch gemacht - immerhin ist der Brasilianer in der Momentaufnahme einfach besser und wertvoller für das Team. 


Dass ein Thomas Müller, als eine Institution der Bayern, früher oder später mit den Hufen scharren wird, war ebenfalls absehbar. Durch den bereits angesprochenen Kommentar seitens Kovac, wurde er sicherlich nicht befriedigt. Nun hat er dem Trainer den Ball zugespielt, der sich nun in einem wahren Dilemma befindet: Egal wie er nun handelt, es wird Probleme für ihn geben. 


Szenario Eins: Kovac lässt Müller wieder von Beginn an spielen. Macht er das, steht er als schwacher Trainer da, der dem Druck eines einzelnen Spielers nachgeben musste. Dazu würde er öffentlich das Leistungsprinzip aussetzen und seine aktuellen Überzeugungen verraten. Szenario Zwei: Kovac vertraut weiterhin auf Coutinho und setzt Müller nochmal auf die Bank. Dann hagelt es weiter Kritik der Müller-Fans und der Druck der Verantwortlichen, etwa von Karl-Heinz Rummenigge wächst. 


Kovac wird von einer Seite Kritik ernten


So oder so, Kovac wird falsch handeln - aus der Sicht der jeweils nicht bevorzugten Fraktion. Auch wenn Müller ein ​Wechselverbot für den Winter bekommen haben soll, könnte die Unzufriedenheit weiter wachsen. Entweder bei ihm, oder bei Kovac. Auch das Fanlager scheint in der Thematik gespalten zu sein. 


So ist Kovac bereits jetzt der große Verlierer der ganzen Diskussion, obwohl er - bis auf den sehr fragwürdigen und unglücklichen Satz - eigentlich nichts falsch gemacht hat. Anstatt den Rücken "von oben" gestärkt zu bekommen, ​gab es eher Kritik von Rummenigge.