Auch mit 33 Jahren zählt Manuel Neuer immer noch zu den besten Torhütern in Europa. Vor einiger Zeit war seine sportliche Zukunft allerdings mehr als fraglich. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach er unter anderem darüber, wie nahe er dem Karriereende im vergangenen Jahr tatsächlich war.


Drei Mal erlitt Neuer in der jüngeren Vergangenheit einen Mittelfußbruch. Von April bis Mitte August 2017 absolvierte der Keeper des ​FC Bayern München nur ein Bundesligaspiel, drei Wochen nach seinem Comeback stand die nächste Auszeit bevor. Weder in der ​Bundesliga, noch in der ​Champions League oder dem DFB-Pokal war Neuer daraufhin zu sehen, die Ausfallzeit wurde länger und länger.


So lange, dass der Fokus darauf lag, wenigstens an der Weltmeisterschaft in Russland teilnehmen zu können. Es war ein Rennen gegen die Zeit, das Neuer so gerade noch für sich entscheiden konnte (zitiert via ​BILD). "Bis zu meinem ersten Spiel. Gegen Österreich, eine Woche vor der WM", sagte er, sei ein Einsatz unklar gewesen. Davor habe er lediglich über "zwei Halbzeiten im Trainingslager mit der U20 im Tor gestanden."


Permanenter Zeitdruck: "Hinter vielem stand ein großes Fragezeichen"


Trotz der fehlenden Spielpraxis wurde Neuer von Bundestrainer Joachim Löw zur Nummer eins ernannt, Marc-André ter Stegen, der eine sehr gute Saison beim FC Barcelona spielte, musste sich mit dem Platz auf der Bank begnügen. Nun erzählt Neuer davon, warum er damals einem Karriereende so nah war: "Weil ich unter Zeitdruck stand: ob ich es schaffen würde, fit zu werden für die WM in Russland. Unter dem Druck, ob ich überhaupt wieder Fußball spielen könnte. Auch das war in Anbetracht meiner Verletzungsgeschichte fraglich. Hinter vielem stand ein großes Fragezeichen."


Darunter habe auch seine Selbstsicherheit gelitten. "Aber", sagt Neuer rückblickend, "ich habe es geschafft. Das war eine der höchsten Hürden, die ich in meinem Leben genommen habe." Titelverteidiger Deutschland schied in Gruppe F hinter Schweden, Mexiko und Südkorea als Gruppenletzter aus, anders als viele Mitspieler erreichte Neuer seine Normalform. Sollte er nicht erneut lange ausfallen, wird er auch bei der erfolgreichen Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 zwischen den Pfosten stehen.