​Um Holger Badstuber ist es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden. Momentan kämpft der ehemalige Nationalspieler mit dem ​VfB Stuttgart um den Aufstieg in die ​Bundesliga. Seit zwei Jahren läuft er für die Schwaben auf, davor gab es für ihn im Oberhaus kaum eine Perspektive. Selbst bei ​Schalke 04 führte seine Leihe nicht zum Erfolg, nun tritt der Defensivspieler ordentlich gegen die Königsblauen nach.


Zu Beginn seiner 20er war Holger Badstuber eines der größten Verteidigertalente in Deutschland. Beim ​FC Bayern München hatte er eine Startplatzgarantie, in der Nationalmannschaft war er ebenfalls gesetzt. Doch dann zog sich der damals 23-Jährige einen Kreuzbandriss zu und fiel über ein Jahr aus. Weitere Verletzungen brachten ihn um jegliche Perspektive beim Rekordmeister, schnell stand er auf dem Abstellgleis.


2017 sollte allerdings einiges besser werden. Nach nur einem Einsatz in der Hinrunde schloss er sich leihweise dem ​FC Schalke an, dort hoffte er endlich wieder auf mehr Spielpraxis. Bekommen hat er sie nur bedingt, immerhin zehn Mal lief er dann in der Liga auf. Doch eine Zukunft hatte seine Zeit bei den Königsblauen nicht.


Vorwürfe gegen Held und Weinzierl


Das halbe Jahr auf Schalke sollte sich für den Verteidiger ​als wahre Farce herausstellen, wie Badstuber nun im Podcast von Rasenfunk berichtete. Demnach sei er bei den Königsblauen nicht ordentlich behandelt worden sein. Zudem kritisierte er die damals getätigten Aussagen der Vereinsführung scharf: "Das waren einfach Lügen, dass sie nicht mit mir verlängern wollen. Für mich stand außer Frage, dass ich auf Schalke bleiben will", so Badstuber. 


Im Nachhinein bereut er den kurzzeitigen Wechsel zu S04. "Zu Schalke zu gehen war im Nachhinein definitiv ein Fehler. Wohl gefühlt habe ich mich dort nicht, der Bruch war zu groß." Das Verhalten der Verantwortlichen sei "unsinnig und link" gewesen, eine realistische Chance hätte er auf Schalke nie gehabt. Selbst der damalige Trainer Markus Weinzierl soll dem ehemaligen Nationalspieler einiges vorgemacht haben.


"Mir wurde etwas vorgegaukelt." Badstuber beteuerte, dass die Aussagen von Weinzierl unehrlich gewesen sind. So soll der damalige S04-Coach beispielsweise gesagt haben, "er bräuchte meine Passsicherheit und Qualität". Badstuber sagt dazu: "Sonst wäre ich nicht von Bayern weg." Nach nur einem halben Jahr war das Verhältnis mit den Königsblauen komplett zerrüttet und eine gemeinsame Zukunft undenkbar. Dass Badstuber nun an die Öffentlichkeit geht, zeigt, dass er von dieser verpassten Chance noch heute sichtlich frustriert ist. 


Im gleichen Jahr kam es für den Defensivspieler noch frustrierender. Als er die Bayern in Richtung Stuttgart verließ, folgte ihm Trainer Markus Weinzierl aus Gelsenkirchen. Diesen Umstand fand der Verteidiger "völlig unverständlich. Ich hatte mit ihm auf Schalke keine gute Zeit. Als Weinzierl kam, habe ich zu Mario Gomez gesagt: 'Das wird eine zähe Saison.'" Noch heute ist er also nicht gut auf dieses Jahr zu sprechen, doch die harten Vorwürfe dürften nicht unbeachtet bleiben.