​Neben Mats Hummels galt Julian Brandt in diesem Sommer als der Königstransfer von ​Borussia Dortmund. Unverzichtbar konnte sich der Offensivspieler trotz guter Ansätze bislang aber noch nicht machen und war zuletzt unter Coach ​Lucien Favre nur selten erste Wahl. In einem Interview zeigte sich der Nationalspieler nun selbstkritisch, demonstrierte aber auch Zuversicht und Glauben an die eigene Stärke.


Als für Brandt vor der Saison 25 Millionen Euro von den Borussen in Richtung ​Bayer 04 Leverkusen flossen, ernteten die Schwarz-Gelben angesichts dieser verhältnismäßig moderaten Summe viele Schulterklopfer. Schließlich handelt es sich bei Brandt zweifelsohne um eines der größten deutschen Offensivtalente und kann er trotz seines jugendlichen Alters von 23 Jahren bereits einige internationale Erfahrungen vorweisen. Die Zwischenbilanz nach neun Pflichtspielen im BVB-Dress ​fällt für Spieler und Verein aber doch ernüchternd aus.


Brandt ist noch in der Findungsphase


So kam Brandt zwar sowohl in der Bundesliga als auch in den beiden Champions-League-Partien gegen den FC Barcelona und Slavia Prag stets zum Einsatz, häufig war der 28-fache Nationalspieler dabei aber nur Teilzeitarbeiter. Im Gespräch mit der BILD machte der Blondschopf keinen Hehl daraus, dass diese Ungewissheit seinen Start beim neuen Klub mit Sicherheit nicht gerade begünstigt habe. "Für mich ist es was Neues, wenn du an einem Tag 90 Minuten spielst und dann in Freiburg wieder auf der Bank sitzt. Dieses Hin und Her ist schon ein bisschen schwierig.​"


Unterkriegen will sich der Linksaußen von seinem Stotterstart im Ruhrgebiet aber nicht, schließlich bekomme man im Leben "nicht immer alles sofort - und dann musst du es dir erarbeiten". Wichtig sei dabei nicht die Geduld zu verlieren und an die eigene Stärke zu glauben: "Es ist auch nicht so, dass ich kein Selbstvertrauen habe. Ich glaube, dass meine Zeit auch wieder kommen wird, dass man das Gefühl hat, man ist jetzt angekommen. Nicht jeder Anfang ist perfekt – das lerne ich auch momentan. Aber ich bin keiner, der sich hängen lässt."


Brandt auf der Suche nach Erfolgserlebnissen


Sehr wichtig sei es daher in den kommenden Wochen, den Durchbruch zu packen und vor allem wieder regelmäßig zu treffen. Bislang waren dem Offensivspieler gerade einmal ein Treffer und zwei Torvorlagen vergönnt - angesichts der hohen Ansprüche des Flügelflitzers deutlich zu wenig. Sollte Brandt jedoch zu seiner alten Kaltschnäuzigkeit zurückfinden und gelingen ihm erste Erfolgserlebnisse, könnte sich das Blatt schon bald wenden.


Das Spielerprofil von Julian Brandt:

​Position​LA
​Alter23​
​Marktwert​50 Mio. Euro
​Vertragslaufzei​30.06.2024
​BVB-Spiele​9
​BVB-Scorerpunkte​3


(Marktwert laut transfermarkt.de)


"Das wäre gut fürs Gefühl. Manchmal ist es auch verrückt im Fußball: Dann triffst du wieder, der Bann ist gebrochen, und plötzlich funktionieren wieder viele Sachen", so der BVB-Profi. Gut getan hätte Brandt daher mit Sicherheit ein Treffer im ​Länderspiel gegen Argentinien. Möglichkeiten hierfür waren insbesondere in der ersten Halbzeit definitiv gegeben.


Beim EM-Qualispiel gegen Estland wird Brandt voraussichtlich nicht erneut in der Startelf stehen und wird dennoch alles daran setzen, nach einer möglichen Einwechslung Werbung in eigener Sache zu machen. Erst danach lenkt der Borusse die volle Aufmerksamkeit wieder auf den BVB und hofft durch starke Auftritte mit dem zuletzt so wackligen Meisterschaftsanwärter "viel Kredit bei den Fans" zurückzuholen.