Nabil Bentaleb ist durch seine lange Verletzung und den guten Saisonstart mittlerweile in Vergessenheit geraten. Dennoch wird man sich bald mit ihm und seiner Zukunft auf ​Schalke beschäftigen müssen - doch wie sollte man mit ihm verfahren? Ein Kommentar.


Ab November wird Nabil Bentaleb wieder ein akutes Thema auf Schalke werden. Von seiner notwendigen Knie-OP, ​​die einem Sommertransfer einen Strich durch die Rechnung machte, wird er bis dahin weitestgehend erholt sein und in die örtliche Reha einsteigen. Dann müssen sich David Wagner und Sportvorstand Jochen Schneider die Frage stellen, wie sie mit der Personalie umgehen werden. 


Erst Training, später Verkauf: Diesen Plan beibehalten!


Bereits Anfang September berichtete die Bild, dass der Plan, ​ihn zu verkaufen, weiterhin Bestand hätte. Dazu soll als Nächstes das Winter-Transferfenster anvisiert werden. Bis dahin soll er als Spieler wieder ins Training der Mannschaft eingegliedert werden. Spiele hingegen soll er nicht mehr absolvieren. So zumindest der angebliche Plan vor einigen Wochen, damit es zu keinem weiteren und unnötigen Wertverlust kommt. 


Diesen Plan sollte Schalke meiner Ansicht nach auch beibehalten. Der 2017 für stolze 19 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zu S04 gewechselte Bentaleb gilt an guten Tagen als talentierter und begnadeter Fußballer. An schlechten Tagen gilt er intern als egoistische Diva, die das eigene Ego über den Wert der Mannschaft stellt. Während seiner beiden Jahre auf Schalke hat es immer wieder Probleme gegeben, und das nicht nur in der ohnehin kritischen, letzten Saison.

Immer wieder Ärger: Sowohl unter Tedesco, als auch unter Stevens


Schon unter Domenico Tedesco musste er während der erfolgreichen Vizemeister-Saison mehrmals auf einen Kaderplatz verzichten. Die ​doppelte Suspendierung innerhalb weniger Wochen unter Huub Stevens, inklusive der schlechten Trainings-Eindrücke bei der U23, brachten das Fass zum Überlaufen. Eine vierte, fünfte oder sechste Chance hat der 24-Jährige nicht mehr verdient - zumindest nicht auf Schalke, so weh es sportlich gesehen auch tut. Das Kapitel muss leider beendet werden. 


Das aktuelle S04-Team lebt auf und neben dem Platz von dem Spirit einer geschlossenen Einheit, in der sich kein Spieler zu fein ist, den wichtigen Meter für den anderen mitzugehen. Eine normale Wiedereingliederung ins Team würde sowohl auf, als auch neben dem Platz nur für Unruhe sorgen. Auch wenn man finanziell einen Verlust hinnehmen wird, scheint es für alle Beteiligten das Beste zu sein. 

Nabil Bentaleb

Das königsblaue Trikot wird Nabil Bentaleb wohl nicht mehr tragen...



Im zentralen und offensiven Mittelfeld hat man sich währenddessen schon neu aufbauen können. Durch das bevorzugte System von Wagner kann man mit einer Doppelsechs aus Omar Mascarell und Suat Serdar überzeugen, offensiv kann man Amine Harit, Ahmed Kutucu oder auch einen hoffentlich bald wieder in Form gekommenen Mark Uth spielen lassen. Man ist also auch sportlich nicht dazu gezwungen, sich von Bentaleb abhängig zu machen.

Bentaleb hat das Recht auf das Training - Kapitel sollte dennoch beendet werden


Solange er ein Spieler von Schalke 04 ist, hat er das Recht darauf, ein normales und vernünftiges Training absolvieren zu können. Das wird er voraussichtlich auch bekommen, und das ist völlig richtig. Ebenso richtig wäre es, ihn nicht mehr an den normalen Kader zu binden und ihn Teil mancher Spiele werden zu lassen - das hat er sich selbst verschuldet. Zu groß sind die Narben, die man jeweils hinterlassen hat, das wird nicht plötzlich zu einer harmonischen Zusammenarbeit mutieren. 


Auch wenn es hart formuliert und - wie bereits gesagt - aus sportlicher Sicht ein Verlust ist, sollte man sich schnellstmöglich von ihm trennen. Das wird sowohl für ihn, als auch für Schalke die beste Lösung sein. Es hatte nicht sollen sein.