Am Montag sorgte ein Satz der Bild für Aufsehen im Fanlager von ​Schalke 04, der aussagte, dass ​viele Indizien bei Alexander Nübel für einen ablösefreien Wechsel zu Bayern München sprechen. Neben dem FCB sind aber auch große europäische Klubs interessiert - um ihn zu halten, bietet S04 Nübel eine niedrige Ausstiegsklausel an.


Sobald Alex Nübel zu seiner vertraglichen Zukunft gefragt wird, betont der 23-Jährige immer wieder, es sei noch keine Entscheidung gefallen - sonst wäre sie bereits kommuniziert worden. Nach der Absage an ​RB Leipzig steht ​Bayern München als großer Favorit neben seinem aktuellen Arbeitgeber Schalke. Dort sieht man in ihm langfristig einen Top-Torhüter, den man für  die Zeit nach Manuel Neuer gerne aufbauen würde. 


Bayern gilt als Favorit bei etwaigem Wechsel - S04 sammelt Argumente


Verschiedensten Berichten zufolge, die das Thema in den letzten Monaten behandelten, habe der deutsche Rekordmeister auch gute, wenn nicht sogar die besten Chancen auf eine Zusage seitens Nübel. Schalke allerdings sammelt durch den starken Saisonstart auch weitere Argumente für sich; dazu wäre die Aussicht bei den Bayern alles andere als einfach und für ihn durchlässig. 


Auch Team-Koordinator Sascha Riether sieht in dem guten Start, in dem man bereits gute Schritte in der Entwicklung macht, einen möglichen Effekt auf Nübel. "Durch die guten Ergebnisse sieht er seine Zukunft vielleicht doch bei uns", sagte er gegenüber der Sportbild. Riether weiter: "Weil er merkt: Es hat sich einiges verändert, hier bewegt sich etwas, es geht weiter nach vorne."


Auch seine persönliche Entwicklung könnte ein Thema bei der möglichen Vertragsverlängerung sein. Als Kapitän eines geplanten "neuen Schalke" ist er bereits in jungen Jahren eine Führungsfigur innerhalb des Teams, die in der Regel mit starken Leistungen vorangeht. "Er macht es toll auf dem Platz und neben dem Platz als Kapitän", lobt auch Sportvorstand Jochen Schneider. "Er reift dadurch. Es ist eine Wohltat, den Jungen so zu erleben."

Das Angebot bis 2024 soll eine niedrige Ausstiegsklausel enthalten


Primär soll natürlich das Vertragsangebot seitens S04 für den erhofften Entschluss sorgen. Demnach soll die Laufzeit bis 2024 verlängert werden, dazu eine ordentliche Erhöhung seines Gehalts. Seine aktuellen 600.000 Euro (als erster S04-Vertrag) sollen laut Sportbild auf rund fünf Millionen Euro (mit Prämien) angehoben werden, wodurch er zum Spitzenverdiener aufsteigen könnte. 


An erster Stelle steht dabei jedoch eine Ausstiegsklausel, und die soll - im Vergleich zu anderen Verträgen - niedrig angesiedelt sein. Für eine Summe zwischen zehn und zwanzig Millionen Euro soll Nübel ab 2021 gehen dürfen, wenn ein Verein diese zahlen möchte und er auch selbst zu diesem Zeitpunkt einen Wechsel positiv sieht. Dass diese Klausel so niedrig ist, hat natürlich einen Grund. Sie vereinfacht es für den Spieler, dass er - wenn es gewollt und geplant ist - den Verein verlassen kann. 

Alexander Nuebel

Auf Schalke reift Nübel momentan, parallel zur gesamten Mannschaft



Nübel wird bei seiner Entwicklung nicht ewig auf Schalke spielen, das muss jedem Fan klar sein. Sollte sich seine Entwicklung so fortsetzen, hat er in wenigen Jahren das Potenzial, für große europäische Topklubs zu spielen. Vereine wie Atlético Madrid, Paris Saint-German und ​Manchester United sollen bereits jetzt vorstellig gewesen sein, die Bundesliga soll allerdings vorerst sein Ziel bleiben.

Für Schalke nicht ganz optimal, aber verständlich


Im hypothetischen Fall der Vertragsverlängerung ist es aus Vereinssicht eine einfache und logische Rechnung. Man kann Nübel bis mindestens zum Sommer 2021 halten, während man ihm ein ordentliches Gehalt zahlt. Sollte er dann ein gutes Angebot bekommen und wechseln wollen, hätte man das gezahlte Gehalt durch die Klausel wieder eingenommen. So macht man eventuell zwar keinen Profit (bei weiteren zwei Jahren Verbleib), kann ein begehrtes Torwart-Talent jedoch für mindestens ein weiteres Jahr "kostenlos" halten und sich währenddessen um die Zukunft der Torhüter-Position kümmern. Dazu könnte man durch sportliche Erfolge, bei denen Nübel mithelfen würde, weitere Einnahmen generieren.


Es hängt einzig und allein an Nübel selbst. Er ist sehr dankbar, dass man ihm derzeit die Zeit zum Nachdenken lässt. So weiß er auch, dass er bei einem Wechsel nach München noch zwei, wenn nicht gar drei Jahre als Ersatztorwart fungieren müsste. Manuel Neuer ist noch in Topform, dazu soll sein Vertrag schleunigst über 2021 hinaus verlängert werden. Ob der deutsche Rekordmeister in eineinhalb Jahren nicht schon einen langfristigen Ersatz hat, wäre eine weitere Gefahr für Nübel. 


Die Situation und die Entscheidung scheinen keine leichte zu sein, besonders nicht für einen jungen Torwart, der kürzlich erst 23 und Kapitän geworden ist. "Alexander Nübel weiß, was er auf Schalke hat", betonte Riether auch.