Es brauchte einige Zeit, bis Sebastian Rode und Djibril Sow gemeinsam auf dem Platz standen. Der Neuzugang von den Young Boys Bern verpasste den Saisonstart aufgrund eines Sehnenanrisses, Rode fehlte zuletzt wegen einer Prellung am Knie. Beim 2:2-Remis zwischen ​Eintracht Frankfurt und Werder Bremen begann das Mittelfeld-Duo zum dritten Mal in Serie, das Zusammenspiel funktioniert immer besser.


In der abgelaufenen Saison war die Zentrale noch eine der größten Baustellen, mit der Adi Hütter zu kämpfen hatte. Gelson Fernandes brachte seine Leistungen, doch weder Jonathan de Guzman, noch Jetro Willems, der zu Beginn von Verletzungen zurückgeworfene Lucas Torró oder Allan Souza wussten zu überzeugen.


In der Winterpause rüstete Fredi Bobic nach, verpflichtete Sebastian Rode bis Saisonende von Borussia Dortmund. Der Rückkehrer war schnell gesetzt, stabilisierte das Mittelfeld spürbar. Im Anschluss überwies die Eintracht vier Millionen Euro auf das Konto des BVB, seit Sommer steht Rode bis 2024 unter Vertrag. Hinzu kamen die Transfers von Dominik Kohr und Djibril Sow, der einst bei Borussia Mönchengladbach gescheitert war und sich bei Young Boys Bern unter Hütter einen Stammplatz erarbeitete.

Djibril Sow

Als zweifacher Schweizer Meister kehrte Djibril Sow (Foto) in die Bundesliga zurück. Adi Hütter gewährte ihm gleich einen Stammplatz.



Logisch, dass der Österreicher seinen ehemaligen Schützling an den Main locken wollte. Sow ist ein umtriebiger Spieler, der das Spiel aus der Zentrale lenken soll, aber eigentlich überall zu finden ist. Beim 2:2 gegen Dortmund flankte er kurz vor der Halbzeitpause von rechts mustergültig in den Strafraum, André Silva verwertete die Hereingabe und erzielte das 1:1. Auch gegen Union Berlin (2:1) bereitete er ein Tor vor, so wie sein neuer Partner Rode am Sonntag beim 2:2 gegen Bremen.


Das Duo ergänzt sich. Rode ist ein Abräumer, der zwar auch Akzente nach vorne setzt, aber mehr damit beschäftigt ist, Bälle zu erobern und Konter zu vermeiden. Sow hingegen besitzt die Aufgabe des Spielmachers, um sich vom Konzept des Vorjahres - ein langer Ball auf Sebastien Haller, der diesen festmachen und die Angriffe einleiten sollte - zu emanzipieren.


Rode und Sow verstehen sich


Kombiniert sammelten beide gegen Werder laut ​kicker 175 Ballkontakte, gewannen die Mehrheit ihrer Zweikämpfe und brachten nahezu alle Bälle an den Mann. Neben starken individuellen Leistungen verstehen sich beide auch auf dem Platz immer besser: "Es ist wie mit einer Freundin. Man muss sich und die Vorlieben kennenlernen. Wir unterhalten uns auch ein bisschen", sagte Sow nach der Partie (via ​fussball.news). "Das war sehr viel besser von uns. Wir werden in Zukunft hoffentlich noch besser spielen."


In diesem Jahr hat die Eintracht ein echtes Traumduo im Mittelfeld. Mit viel Geduld konnten Bobic und Hütter die Baustelle schließen, und sollte einer der beiden ausfallen, steht mit Dominik Kohr noch immer ein erfahrener Ersatz zur Verfügung. Sorgen muss man sich kaum noch machen.