Corentin Tolisso und Javi Martinez müssen sich am vergangenen Samstag beide wie im falschen Film gefühlt haben. Die Profis vom ​FC Bayern München erlebten einen Tag zum Vergessen. Tolisso, weil er zum wiederholten Male ein Gegentor verschuldete. Martinez, weil er aus diesem Grund auf einen Einsatz gehofft hatte. Letzterer hoffte vergebens - und beginnt an sich und an München zu zweifeln.​


Zur Sachlage: Tolisso ist zumeist fester Bestandteil im Mittelfeld der Bayern. In fünf von sieben Ligaspielen kam der Franzose zum Einsatz, zudem spielte er in der ​Champions League zweimal von Beginn an. Doch der 25-Jährige ist im Grunde nicht die erhoffte Stütze. Der kicker bewertet seine Leistungen in der Bundesliga im Schnitt mit einer 4, in der Königsklasse mit einer 3,7.


Sinnbildlich für die Leistungen Tolissos waren die beiden letzten Spielen. Sowohl gegen Tottenham als auch gegen ​Hoffenheim verschluderte der 17-malige Nationalspieler vor dem eigenen Strafraum den Ball. Beide Male führte der Ballverlust zu einem Gegentor, beide Male war es das 0:1 für den FCB.


Tolisso leitete Niederlage ein


Während das Gegentor im Spiel gegen die Spurs ohne Folgen blieb (endete 7:2 für München), ​verloren die Bayern gegen die TSG mit 2:1. Tolissos Fehler rächte sich also enorm und kostete die Bayern wertvolle Punkte.


Währenddessen schmort Javi Martinez weiter auf der Bank. Der 31-Jährige nimmt aktuell die Position des Bankwärmers ein und kommt wettbewerbsübergreifend nur zu fünf Einsätzen - allesamt als Einwechselspieler. Für den einstigen Rekordtransfer der Bayern natürlich viel zu wenig. Trotz des schwächelnden Mittelfeldes in München - auch der Spanier Thiago wackelt inzwischen bedenklich - hat Martinez keine Chancen auf Einsätze. Warum, weiß nur Trainer Niko Kovac.

Die Frustration des 18-maligen Nationalspielers geht inzwischen soweit, dass Martinez nach dem Spiel gegen die TSG sogar Tränen fließen ließ. Für den häufig verletzungsgeplagten Profi ist die dauerhafte Nichtberücksichtigung ein Schlag in das Gesicht. Trotz fehlender Leistung seiner Kollegen findet er beim Trainer kein offenes Ohr.


Kovac gerät unter Druck


Nach der Länderspielpause trifft der FCB auf den FC Augsburg. Sollte Martinez auch hier nicht zum Einsatz kommen, wird die Öffentlichkeit wohl auch selbst vom Groll und der Unzufriedenheit des Routiniers erfahren. Und sollte das Münchner Mittelfeld auch hier keine Leistung zeigen, wird sich auch Niko Kovac mit der Frage konfrontieren müssen, warum er nicht auf seine bockstarke Alternative auf der Bank setzt.