​​Borussia Dortmund tritt auf der Stelle. Mit dem ​2:2 gegen den SC Freiburg spielte man in der Bundesliga zum dritten Mal in Folge Unentschieden und verlor damit abermals wichtige Punkte. Von der Meisterschaft möchte in Dortmund mittlerweile wohl kaum einer mehr reden. Mittendrin in dem schwarz-gelben Chaos ist Julian Brandt. Der 23-Jährige ist ebenso wie der BVB auf der Suche nach der Form. Damit ist Brandt im Grunde die personifizierte Darstellung des Vereins.


Es gibt im Fußball nur wenige Situationen, die man als absolute Höchststrafe für einen Spieler bezeichnen könnte. Eine Auswechslung aus taktischen Gründen in den ersten 45 Minuten zählt dazu. Auch eine Auswechslung, nachdem man unmittelbar zuvor ein Tor verschuldet hatte, ist für einen Spieler demoralisierend. Brandt erfuhr am vergangenen Samstag eine weitere Strafe: Der Offensivspezialist wurde in der 14. Minute für den verletzten Lukasz Piszczek eingewechselt, musste aber kurz vor Ende des Spiels wieder runter. Auswechslung nach einer Einwechslung? Das dürfte an Brandts Selbstbewusstsein nagen...


Brandt und Dortmund hängen beide in der Luft


Der kicker bewertete die Leistung des 172-fachen Bundesligaspielers mit der scheppernden Note 5. Brandt konnte nach seinem Wechsel zum ​BVB noch nicht sein Potenzial auf den Platz bringen. Sieben Einsätze in der Liga (nur zwei von Beginn) und ein mageres Tor sprechen Bände. Jung, motiviert, talentiert - aber erfolglos: Julian Brandt steht sinnbildlich für seine Borussia.


Der BVB nahm sich in diesem Sommer viel vor. Die Einkaufsliste der sommerlichen Shoppingtour wurde an die eigenen Erwartungen angeknüpft. Mehrheitlich junge Spieler, die neben viel Potenzial auch bereits Erfahrung im Fußballgeschäft haben, wurden eingekauft. Borussia Dortmund wollte nach der bitteren Vizemeisterschaft neu angreifen. Genauso wie ihr Spieler Brandt, der nach über fünf Jahren Wohlfühloase in Leverkusen den nächsten Schritt wagte.


Wie der gesamte BVB ist Brandt absolut talentiert, momentan jedoch ohne die nötige Körpersprache unterwegs. Aktuell sieht es so aus, als seien die angriffslustigen Worte des Vereins nur heiße Luft gewesen. Die Leistungen und Einstellungen der Spieler wirken nicht so, als ob man sich den großen Schritt zutrauen würde. Dortmund hat eben ein Mentalitätsproblem.


War der Schritt doch zu groß?


Im Endeffekt hängt also der ganze Verein momentan etwas in der Luft. Julian Brandt ragt dabei sogar noch etwas heraus und bietet dem neutralen Fan freundlicherweise die Möglichkeit, ihn als Dortmunder Exempel zu studieren. Es ist die Pointe seines Sommertransfers. Nicht wenige bemängelten, dass der 27-malige deutsche Nationalspieler "nur" von Leverkusen zu Dortmund wechselte und warfen ihm fehlenden Mut vor einem wirklichen großen Schritt vor. Inzwischen wirkt es aber vielmehr so, als ob der Wechsel zu Dortmund für Brandt wohl eher schon zu groß war...