​Nach einem katastrophalen Saisonstart findet ​Hertha BSC so langsam zurück in die Spur. Nach zuletzt drei Siegen in Folge darf die Elf von Trainer Ante Čović wieder auf die hohen Ziele blicken. Für die Trendwende in den letzten Wochen gibt es viele Gründe.


Es war nicht weniger als eine riesige Enttäuschung. Nach vier Spieltagen stand die Hertha mit nur einem Punkt am Tabellenende und zeigte fast ausschließlich unterdurchschnittliche Leistungen. Doch seit einigen Wochen gibt es aus Berlin ein ganz anderes Bild, momentan ist der Hauptstadtklub kaum aufzuhalten.


Ein 2:1 gegen den ​SC Paderborn, ein deutliches 4:0 gegen den ​1. FC Köln und ein 3:1-Erfolg am Freitagabend gegen ​Fortuna Düsseldorf - zwar gehören diese Gegner nicht zu den großen Hürden der ​Bundesliga, trotzdem zeigte die Hertha ein komplett verändertes Bild. Das hat vor allem mit der Mannschaft zu tun, die sich endlich eingespielt zu haben scheint.


Offensive wird immer gefährlicher


Vor allem der Angriff strahlt im Vergleich​ zu den ersten Partien sehr viel mehr Gefahr aus. Die erzielten Tore sind der beste Beleg, denn in den letzten drei Duellen erzielten die Berliner ganze neun Treffer. Davor waren es nur deren magere drei. Vor allem durch eine bewährte Aufstellung dürfte die Zündung nun aber erklärbar sein. Auf den Außenbahnen haben sich Javairô Dilrosun und Marius Wolf festgespielt, im Sturmzentrum trifft Vedad Ibišević wie am Fließband.


Das Trio hat sich eingespielt und kennt die gegenseitigen Stärken. Durch viel Tempo und einen starken Abschluss haben sie andere Leistungsträger verdrängt. Rekordeinkauf Dodi Lukebakio muss beispielsweise immer wieder mit der Bank vorliebnehmen, Salomon Kalou oder Mathew Leckie spielen keine Rolle mehr für die Startelf. Da Čović zu Beginn der Saison immer wieder rotierte, kam kein eingespieltes Team zustande. 


Nun haben sich die Mannschaftsteile allerdings stabilisiert, denn selbst die Defensive hat einen deutlichen Sprung gemacht. Neuzugang Deryck Boyata ist endlich in Berlin angekommen, von Spiel zu Spiel wird er stabiler. Mit Niklas Stark und den Außenverteidigern Lukas Klünter und Maximilian Mittelstädt wurden die Fehler abgestellt, erneut sprechen die Zahlen Bände. Zehn Gegentore gab es an den ersten vier Spieltagen, seitdem kamen nur zwei dazu.


Neues Selbstbewusstsein und hohe Ziele


Doch neben den Einzelleistungen machte der Verein ebenfalls einen großen Schritt. Zwar haben sich die Ergebnisse deutlich gebessert, aber es ist vor allem das Selbstbewusstsein, welches die Hertha förmlich erstrahlen lässt. Nach dem Einstieg des Großinvestors im Sommer haben sich viele Grundlagen geändert. Daran musste sich der Klub gewöhnen, nun ist allerdings klar, wieso überhaupt so hohe Ziele gesteckt werden konnten.


Die Berliner scheinen ​nun bereit zu sein und wollen in den nächsten Wochen ein deutliches Zeichen setzen. Noch ist mit der Hertha nämlich zu rechnen, im besten Fall soll es nach Europa gehen. Mit diesem starken Kader, dem immer besser funktionierenden Gefüge mit Čović und den Fans im Rücken wollen die Berliner angreifen. Es wird sich zeigen, ob es sich lediglich um ein Zwischenhoch handelt oder ob Berlin in diesem Jahr wirklich ein Geheimfavorit sein kann.