Über 13 Jahre lang war Naldo Fan-Liebling und Stammspieler in der ​Bundesliga. Bei Werder Bremen, dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 ließ er sein Können defensiv wie offensiv immer wieder aufblitzen. Im Januar flüchtete er jedoch überraschend nach Frankreich. Bei der AS Monaco kommt Naldo nur selten zum Zug, in dieser Saison steht noch kein Einsatz zu Buche.


Auch im Alter von 37 Jahren hat Ronaldo Aparecido Rodrigues, kurz Naldo, die Lust am Fußball nicht verloren. Bis 2020 steht der brasilianische Innenverteidiger bei der AS Monaco unter Vertrag, ​sein Glück hat er bei den Monegassen aber nicht wirklich gefunden. In seinem zweiten Einsatz in der Ligue 1 kassierte er eine Gelb-Rote Karte, aufgrund der Regularien saß er die Sperre im französischen Pokal ab. Doch auch im folgenden Ligaspiel gegen FCO Dijon, das Monaco mit 0:2 verlor, flog Naldo vom Platz, diesmal mit glatt Rot; erstmals wurde ein Spieler in Frankreichs Eliteliga in zwei aufeinanderfolgenden Spielen des Feldes verwiesen.

​Dabei galt Naldo in der Bundesliga stets als sicherer und fairer Verteidiger mit einem gewissen Drang zum Toreschießen. In 358 Bundesligaspielen war der 1,98 Meter große Innenverteidiger 46 Mal zur Stelle, kassierte 47 Gelbe Karten und erhielt dreimal Rot. 


Von Allofs und Schaaf entdeckt


Für 2,4 Millionen Euro wechselte er im Sommer 2005 vom Esporte Clube Juventude zu Werder Bremen. "Ich möchte mich bei Klaus Allofs und Thomas Schaaf bedanken, dass sie mich geholt haben. Ich bin nach Deutschland gekommen und war sofort integriert. Es war vorher mein Traum, in Europa und speziell in Deutschland zu spielen", ​sagte er rückblickend im Juli vergangenen Jahres.


Mit seiner schwangeren Frau machte er sich auf nach Deutschland, gemeinsam meisterten sie die Integration auf und neben dem Platz. "Wir haben uns damals nur auf meinen Erfolg bei Werder konzentriert und zuhause hat sie mich so gut unterstützt, wie sie konnte", erinnerte sich Naldo, der 2014 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt. 


Beim SV Werder wird er Stammspieler, läuft insgesamt 254 Mal für Grün-Weiß auf. Neben seiner Kopfballstärke wird er auch für seine direkten Freistöße bekannt, die er mit viel Wucht auf das gegnerische Tor bringt. 2009 feiert er mit dem Pokalsieg seinen ersten großen Titel in Deutschland, drei Jahre später zieht es ihn für 4,8 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg.


Zweiter Titel in Wolfsburg


Dort trifft er wenige Monate später wieder auf Allofs, der im November 2012 bei den Wölfen anheuert. Nach über vier Jahren spielt Naldo in der Saison 2014/15 wieder international, für den VfL ist allerdings im Viertelfinale der Europa League Schluss. Dafür gewinnt der Klub einen anderen Titel, krönt sich im Finale gegen ​Borussia Dortmund (3:1) erstmals zum DFB-Pokalsieger - ausgerechnet im letzten Spiel von Jürgen Klopp.


Naldo, der in 90 Europapokalspielen immerhin 13 Tore erzielte, ist auch noch dabei, als Wolfsburg in der darauffolgenden Saison vor der Sensation steht: Im Viertelfinal-Hinspiel der ​Champions League feierte die Elf von Dieter Hecking einen 2:0-Sieg über ​Real Madrid, gemeinsam mit Dante spielt Naldo in der Innenverteidigung stark auf. Im Rückspiel sind die Wölfe jedoch unterlegen, nach einem frühen Doppelpack in der 16. und 17. Minute macht Cristiano Ronaldo mit einem direkten Freistoß in der Schlussviertelstunde alles klar. 


Erst Höhenflug, dann der tiefe Fall


Noch bevor die Niedersachsen zwei Mal in Folge gegen den Abstieg spielen, bricht Naldo seine Zelte ab. Christian Heidel lotste ihn zum FC Schalke 04, wo er erst in seiner zweiten Saison so richtig aufblüht. Aufgrund eines Muskelteilabrisses muss er von Februar bis Mai 2017 passen, danach wird er von Domenico Tedesco, der auf Markus Weinzierl folgte, zum Eckpfeiler in der neuen Dreierkette ernannt.


Tedesco bezeichnete Naldo als "Klebstoff", der den Abwehrverbund zusammenhält. In allen 34 Bundesligaspielen der Saison 2017/18 steht er über 90 Minuten auf dem Platz, mit 37 Gegentoren und 63 Punkten wird S04 Vizemeister. Bei den vielen Toren, die die Mannschaft nach Standardsituationen erzielte, war der Brasilianer stets im Mittelpunkt. Sieben Mal traf Naldo in der Bundesliga, erzielte unter anderem in der Nachspielzeit das 4:4 im Derby gegen Borussia Dortmund. 


Monaco war ein Schritt in die falsche Richtung


Doch plötzlich bricht Schalke auseinander, kämpft in der Spielzeit 2018/19 gegen den Abstieg. Nur sieben Mal kommt Naldo zum Zug, wird danach nach Frankreich transferiert, obwohl sein Vertrag zwei Monate zuvor bis 2020 verlängert wurde. "Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, aber ich bin so ehrgeizig und fühle mich noch so fit, um noch einmal eine neue große Herausforderung in einer großen Liga anzunehmen", begründete er laut kicker seinen Wechsel - allerdings hat sich dieser nur als weiterer Rückschritt herausgestellt.