Die Mannschaft von ​Borussia Mönchengladbach blieb am Donnerstagabend deutlich unter ihren Möglichkeiten und konnte in der Europa League nur mit Ach und Krach ein ​1:1-Remis bei Istanbul Basaksehir verbuchen. Manager Max Eberl war nach der Partie aber eher über die Sicherheitszustände in Istanbul aufgebracht und sah die Schuld für unschöne Szenen vor dem Stadion bei der türkischen Polizei.


Der ganze Europapokalabend stand für die Borussen unter einem schlechten Stern. So mussten sich die rund 1400 mitgereisten Fans vom Niederrhein mit den strengen Auflagen der türkischen Behörden herumschlagen. Wie die Fanhilfe der Gladbacher via Twitter bekannt gab, kam es im Vorfeld der Partie zu massiven Auseinandersetzungen und Problemen zwischen den Anhängern der Gladbacher und der türkischen Polizei.


Verzögerte Ankunft am Stadion


Eine der Sonderauflagen für die Fans der Borussen war gewesen, dass sie von den Behörden dazu gezwungen worden waren, die Anreise in Richtung Stadion nicht in Einzelgruppen, sondern gesammelt in einem Bus-Konvoi zu absolvieren. Die Abfahrt der Busse verzögerte sich aber immer weiter und so kamen die Fohlen-Anhäger erst kurz vor Anpfiff an der Spielstätte an.

Wenig überraschend, kam es durch die verspätete Ankunft am Einlass zum Stadion zu einem großen Gedränge, dass zudem durch defekte Drehkreuze befeuert wurde. Hunderte Anhänger der Borussen sollen gar nicht erst in Stadion gelassen worden sein. Nach Angaben der BILD wurden zwei Fans sogar festgenommen, weil sie angeblich einen Polizisten geschlagen hatten. Dem Bericht zufolge, habe ein Handyvideo aber deren Unschuld bewiesen und somit sind die Anhänger wieder auf freiem Fuß.


Eberl zeigte sich schockiert


Nach der Partie äußerte sich ​Max Eberl zu den Vorfällen. Dabei stieß dem ​Manager der Fohlen unter anderem die verpflichtende Anreise mit Bussen sauer auf. "Hier wurden eigene Regeln erfunden. Das ist nicht der Sport, den ich haben möchte. In Europa sollte man Fußballfeste feiern und nicht Schikanen erleben", so der 46-Jährige bei Nitro.


Im Anschluss legte Eberl noch einmal kräftig nach und kündigte an, sich bei der UEFA über diese "Polizei-Diktatur" zu beschweren, schließlich seinen die Gladbach-Fans "hier von Anfang an drangsaliert worden".

​Ein weiteres Ärgernis für die Gladbacher war, dass die Istanbuler Polizei auch einige Fahnen der Gladbacher konfisziert hatte und dass obwohl das Mitbringen von Fahnen zuvor nicht untersagt worden war. Unter den abgelehnten Fanartikeln soll auch eine Fahne gewesen sein, auf der das Stadtwappen von Mönchengladbach zu sehen ist. Den Behörden soll dabei missfallen haben, dass der auf dem Wappen abgebildete St. Vitus ein christliches Symbol darstellt.


Auch zu dieser Angelegenheit vertrat Eberl gegenüber den TV-Kameras ein klare Meinung: "Ich verurteile es, wenn unsere Fans nicht ins Stadion dürfen, weil in unserem Stadteblem ein christliches Symbol zu sehen ist. Dass so was im Jahre 2019 in Europa möglich ist, ist unfassbar. Es macht mich traurig, dass wir im Jahr 2019 solche Zustände in Europa haben - dass die Polizei entscheiden kann, welche Fahnen ins Stadion reinkommen und welche nicht."