Dass ​Eintracht Frankfurt über den Sommer daran interessiert war, Max Kruse zu verpflichten, war bekannt. Fredi Bobic, Frankfurts Sportvorstand, sprach nun über das Angebot, den Typen Max Kruse und dessen ehemaligen Coach bei ​Werder Bremen, Florian Kohfeldt - diesen schätzt er sehr, hält ihn aber manchmal für "zu emotional".


Im Interview mit dem Weser Kurier hat Fredi Bobic über die Herangehensweise des damaligen Kruse-Angebots gesprochen. "Wir waren frühzeitig dran, ich hatte einige Male mit dem Berater von Max Kontakt. Wir haben ihm auch ein Angebot gemacht und hätten ihn sehr gerne bei uns gesehen", verriet der 47-Jährige, der zurzeit ​mit den SGE-Fans im Disput über die geplante Installation von Andreas Möller als Chef des Nachwuchs-Bereiches steht. 


Bobic schwärmt von Kruse: "Ich mag den Spieler, ich mag den Typ"


"Wir waren ja nicht die einzigen, die an ihm interessiert waren", so Bobic weiter. Er wisse nicht, ob am Ende auch das Geld eine tragende Rolle gespielt habe - man selbst sei an die Schmerzgrenze gegangen. "Ich mag den Spieler, ich mag den Typ, mochte ihn schon, als er bei St. Pauli gespielt hat", schwärmte der Sportvorstand. Man müsse allerdings jede Entscheidung respektieren, so auch ​die von Kruse, zu Fenerbahce Istanbul zu wechseln.


Bei Werder Bremen, wo Kruse insgesamt fünf Jahre spielte (2007-2009 und 2016-2019), sei er "ein Fixpunkt" mit einer "zentralen Rolle" gewesen, findet Bobic. "Er hat eine unglaublich große Ausstrahlung, fußballerisch ist er absolute Extraklasse." Auch durch diese offenen und ehrlichen Worte merkt man schnell, wie gerne er den Stürmer verpflichtet hätte.


Bremen-Coach Kohfeldt ist "erfrischend" - manchmal jedoch "zu emotional"


Bremens Trainer, Florian Kohfeldt, nimmt er währenddessen als "unheimlich erfrischend für die Liga" wahr. Er strahle großes Selbstvertrauen aus und seine Identifikation mit dem Verein nehme man ihm direkt ab, auch seine Art und Weise des Fußballspielens sei für Werder positiv. 


Allerdings empfindet Bobic ihn teilweise als "etwas zu emotional an der Linie". Als jemand, der im Fußball-Geschäft bereits viel Erfahrung sammeln konnte, weiß er: "Man muss aufpassen, da kann man sich als junger Trainer in der Liga auch schnell verbrennen." Natürlich sei seine gelebte Emotionalität eine Art Markenkern, doch könne es bei neutralen Betrachtern auch negativ ankommen. Dies sei auch eine Frage der Gesundheit, als junger Trainer, der diesen Job vermutlich noch einige Jahre ausführen möchte. 


Kohfeldt mit Jürgen Klopp zu vergleichen, lehnt er jedoch ab: "Er kommt sehr authentisch rüber, vergleichen würde ich aber nie, davon halte ich nichts. Jeder ist anders, jeder sollte seinen eigenen Weg gehen. Und ich glaube, so sieht Florian das auch selbst."