​Am zweiten Spieltag der ​Champions League feierte ​Borussia Dortmund einen ​2:0-Auswärtssieg. Im Duell mit Slavia Prag konnte der BVB nur wenige Schwächen der Vorwochen abstellen, es bleiben weiterhin einige Baustellen. Die Tops und Flops zum Duell mit den Tschechen.


Top: Achraf Hakimi

Der Marokkaner avancierte am Mittwochabend zum Matchwinner. Dabei lief er nicht wie gewohnt in der Viererkette auf, sondern durfte die offensiven Flügel beackern. Dort kamen seine offensiven Qualitäten noch mehr ​zum Vorschein. Mit Tempo und einem erstaunlichen abgezockten Abschluss betrieb er Eigenwerbung als Offensivmann. Dazu half er hinten in gewohnter Manier immer wieder aus.


Flop: Dortmunder Hintermannschaft

​Am Ende stand ein 2:0 zu Buche, doch Prag hatte genug Chancen, um selbst sogar einen Punkt zu ergattern. Vor heimischem Publikum zeigten sich die Tschechen stets präsent und aktiv, die Offensive rund um Stanciu brachte die Dortmunder Hintermannschaft ordentlich ins Schwitzen. Mit 16 Abschlüssen hatte Prag fast doppelt so viele wie die Borussia.immer wieder ergaben sich zu viele Räume. Vor allem das Tempo schien den Dortmunder Defensivleuten zu fehlen. Bei einem noch stärkeren Gegner hätte sich dies definitiv gerächt.


Top: Spielerische Drangphasen

In Führung ging der BVB nach einer guten halbe Stunde. In dieser Phase spielte der BVB guten Fußball mit viel Ballbesitz und hielt den Ball vom eigenen Tor weg. ​Da wirkte die Borussia gefestigt und machte sich selbst durch Kontrolle besser. Kurz nach dem gut herausgespielten Treffer änderte Dortmund aber erneut die Taktik und ließ die Gastgeber etwas mehr kommen. So entstand unnötige Gefahr und die Schwarz-Gelben verloren wieder den Zugriff. Einzelne Spielabschnitte stachen allerdings als positiv heraus.


Flop: Lethargie und Verwalten

Der angesprochene Taktikwechsel nach der Führung sorgte für einige Kritik. Statt auf die Vorentscheidung zu drängen, zog sich der BVB zurück und wollte die Führung verwalten. Die Chancen für den Underdog waren damit vorprogrammiert, um ein Haar wäre der Plan schief gegangen. Nur durch Glück rettet sich Dortmund ohne Gegentor bis in die Schlussphase, doch der frühe Defensivmodus bleibt weiterhin ein Rätsel.


Top: Roman Bürki

Die Mannschaftsleistung war nicht wirklich stabil, aber zumindest geschlossen. Ein weiterer Matchwinner neben Hakimi war Keeper Roman Bürki, der immer wieder Fehler seiner Vorderleute ausmerzte. Der Schweizer erwischte einen tollen Abend und ließ keinen Ball passieren, nur dank ihm nahm der BVB drei Punkte mit. Doch nur Einzelleistungen werden die Borussia in den kommenden Wochen nicht weiterbringen.


Flop: Zweifel an Dortmunds Leistungsgrenze

Vor einem solchen Duell erwarteten sich die Fans eine absolute Topleistung und eine Reaktion auf die zuletzt durchwachsenen Wochen. Doch ein Ausrufezeichen setzte die Borussia nicht, eher sorgte die Elf von Lucien Favre für einige Zweifel. Die Dortmunder schienen nicht an der Leistungsgrenze zu spielen, doch die viele Luft nach oben wird immer wieder nicht ausgefüllt. Ob die Borussia in dieser Saison an die Spitzenleistungen herankommt, bleibt fraglich, vor allem unter Favre.