Dass die englischen Vereine derzeit regelrecht im Geld schwimmen und den Transfermarkt durch oftmals aberwitzige Angebote aus den Angeln heben, liegt nicht zuletzt an den prallen TV-Verträgen auf der Insel. Um den Anschluss nicht komplett zu verlieren, hofft die DFL ab der Saison 2021/22 ebenfalls auf deutlich lukrativere Angebote. Von den Anbietern ​Sky und DAZN werden daher große Summen erwartet.​


Anfang 2020 startet die Ausschreibung für die Saison 2021/22. Laut der Sport BILD hat sich die Deutsche Fußballliga dabei zum Ziel gesetzt für die Übertragsungsrechte nicht weniger als 1,36 Milliarden Euro einzunehmen. Diese Summe entspricht dem Betrag, der bereits ab 2020 von allen Sendern gemeinsam gezahlt wird.


Neue Rechtepakete


Während Facebook allem Anschein nach keinerlei Interesse hat, in das Wettbieten um die begehrten Rechtepakete einzugreifen, bringen sich Sky und DAZN bereits in Stellung. Dabei haben die Anbieter, Stand jetzt, ab 2021/22 die Auswahl aus gleich vier verschiedenen Paketen​. Paket A beinhaltet dabei alle 36 Konferenzen - derzeit noch Hoheitsgebiet von Sky.


Paket B soll sich wie folgt zusammensetzen: 176 Einzelspiele, samstags, 15.30 Uhr, Englische Wochen sowie Relegationen. Mit Ausnahme der Relegationen ist auch hier Sky bislang der Platzhirsch. Gleiches gilt für Paket C, welches den Super-Cup sowie die Samstagspartien um 18.30 umfasst. Das neue Paket D schließlich, soll alle Freitags- und Sonntagsspiele beinhalten und somit auch DAZN direkt ansprechen.


Sky will DAZN unter Druck setzen


Während DAZN bislang für ihre ​Rechte an Freitags-, Sonntags- und Montagsspielen dem Vernehmen nach zwischen 40 und 50 Millionen Euro locker machen musste, legte Sky für alle Rechte an der 1. und 2. Bundesliga bislang im Schnitt​ bereits satte 876 Millionen Euro hin. Will der Pay-TV-Sender den konkurrierenden Streamingsdient komplett vertreiben und alle Live-Rechte für sich beanspruchen, wären wohl über eine Milliarde Euro fällig.


Um ein solche Investition möglich zu machen, trennte sich der Sender bereits von zahlreichen Mitarbeitern und versuchte bei den Übertragungen wo es nur geht zu sparen. DAZN wird sich daher strecken müssen, Schritt zu halten. Sollten sie den Versuch starten, sich zumindest Paket D zu sichern, wären aufgrund des vermuteten Preisanstieges um die 200 Millionen Euro fällig.


Weitere Anbieter zögern noch


Unklar ist noch, ob womögliche weitere Anbieter ihren Hut in den Ring werfen werden. Ein potenzieller Bieter könnte zumindest die Telekom sein. Der Konzern kooperierte bislang lediglich mit Sky und sträubte sich, eine eigene Übertragung auf die Beine zu stellen. ​Zuletzt kamen jedoch Gerüchte auf, dass das Unternehmen sich ​die Rechte für die EM 2024 gesichert haben soll. Ein allgemeines Umdenken hinsichtlich der Firmenstrategie ist also zumindest denkbar.


Noch etwas unwahrscheinlicher dürfte ein Vorstoß von Amazon sein. Der Onlineversandhändler breitet sich zwar schon seit Jahren in verschiedene Bereiche aus, dürfte sich aber wohl auch in Zukunft damit zufriedengeben, dass seine Kunden mit Hilfe der Radio-Rechte ​auf Ballhöhe bleiben können.