​RB Leipzig musste am vergangenen Wochenende mit der ​3:1-Pleite gegen den FC Schalke den ersten Nackenschlag in dieser Saison hinnehmen. Generell führt der Weg der Sachsen seit Jahren aber konstant nach oben. Um in Zukunft ein ernsthafter Kandidat auf den Titel zu sein, wollen die Roten Bullen jede Menge Geld in die Hand nehmen und dabei vor allem in ihren vorhandenen Kader investieren.


Vor wenigen Wochen konnten sich die Leipziger mit ihrem Angreifer Timo Werner auf eine ​Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2023 einigen. Der Nationalspieler wurde zuvor von halb Europa und insbesondere auch dem FC Bayern München ins Visier genommen, schwor RB aber (vorerst) erneut die Treue. Sollte sich der 23-Jährige in Zukunft doch noch für einen Abgang entscheiden, winken den Sachsen fette Transfereinnahmen.


Gehalts-Etat wächst und wächst


Um Werner für einen Verbleib zu begeistern, waren die Leipziger nicht knauserig und schraubten sein Gehalt von ehemals rund drei Millionen auf nun stolze sieben Millionen Euro nach oben. Um das Gehaltsgefüge in der Elf von Trainer Julian Nagelsmann nicht komplett ins Ungleichgewicht zu bringen und so Missgunst und Neid Einzug zu gewähren, sollen nun laut der Sport BILD auch weitere Stammspieler mit deutlich höher dotierten Verträgen ausgestattet werden​.

 

Betrug der Gehalts-Etat für diese Saison noch 85 Millionen Euro, soll in der nächsten Saison die 100-Millionen-Schallmauer durchbrochen werden. Dadurch stoßen die Leipziger dann auch finanziell in die absolute Beletage des deutschen Fußballs auf und reihen sich Seite an Seite mit Bayer 04 Leverkusen nur noch hinter dem VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund und selbstverständlich dem FC Bayern München ein.


Führungsspieler sollen gehalten werden


Nach Werner konnte man unlängst ​auch die Nummer Eins Peter Gulacsi von einer Vertragsverlängerung überzeugen. Der Torhüter soll dabei dem Vernehmen nach nun inklusive aller möglichen Prämien bis zu sechs Millionen Euro verdienen. Zuvor hatte sich der Ungar ​mit 2,2 Millionen Euro zufrieden geben müssen.


Auch bei Offensivspieler ​Emil Forsberg deutet derzeit vieles auf eine Ausweitung des aktuellen Vertrages hin. Auch das Gehalt des Schweden könnte von aktuellen 4,5 Millionen Euro jährlich um zwei Millionen Euro nach oben korrigiert werden. Ähnliches gilt für Außenverteidiger Lukas Klostermann, dessen aktuelles Gehalt von 2,3 Millionen mehr als verdoppelt werden soll.


Ein echter Coup wäre vor allem aber eine Verlängerung mit Innenverteidiger Dayot Upamecano. Der Franzose ist heiß begehrt und war dem FC Arsenal bei einem ​Angebot in diesem Sommer bereits stolze 60 Millionen Euro wert. Dennoch pochen die RB-Bosse darauf, den 2021 auslaufenden Vertrag mit dem Defensiv-Juwel zu verlängern. Das aktuelle Gehalt von 2,4 Millionen Euro dürfte dabei explosionsartig ansteigen.


Zusätzliche Einnahmen machen es möglich


Finanziell ins Risiko gehen, würden die Sachsen bei den angedachten Vertragsverlängerungen aber nicht. "Die sportliche Entwicklung der letzten Jahre war außerordentlich positiv, daher ändern sich dann zwangsläufig auch die wirtschaftlichen Kennzahlen durch höhere Einnahmen dank beispielsweise der Teilnahme an der Champions League oder auch den TV-Geldern", so RB-Boss Oliver Mintzlaff.


Trotz der veränderten Ausgangslage wollen die Leipziger aber ihren "Prinzipien treu bleiben", heißt, sich bei der Kadergestaltung vor allem darauf zu konzentrieren, bereits integrierte Spieler zu halten und nicht jedem Spieler auf dem Transfermarkt hinterher zu hecheln. "Der Kern unserer Mannschaft ist seit Jahren zusammen und hat sich sukzessive weiterentwickelt. Das bestätigt unsere gesamte Philosophie", so der Manager.


Dass dabei nicht jeder aufkommende Superstar schlussendlich zu halten sein wird, weiß auch Mintzlaff spätestens seit dem Fall Naby Keita, den es im Sommer 2018 für 60 Millionen Euro zum FC Liverpool zog, ganz genau. "Dennoch sind wir mit unserem attraktiven Klub auf einem sehr guten Weg, um uns weiter im vorderen Bereich der Liga zu etablieren", blickt der 44-Jährige hoffnungsvoll in die Zukunft.