​Bayer 04 Leverkusen bleibt auch am zweiten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase ohne Punkt. In Turin ließ sich die Werkself von cleveren Hausherren abkochen. Am Ende stand ein verdienter 3:0-Sieg für ​Juventus Turin.


Als klarer Außenseiter hatte sich Bayer 04 Leverkusen in Turin einiges vorgenommen. Gegen die Alte Dame fand die Werkself durchaus ordentlich in die Partie und kontrollierte das Spiel in der ersten Viertelstunde - jedoch ohne zwingend zu sein oder Torchancen zu kreieren. Und Juventus? Schlug eiskalt zu. Nach einer unglücklichen Klärungsaktion von Jonathan Tah landete der Ball bei Gonzalo Huguain, der in der 17. Minute zur Führung der Hausherren traf.


Nach der kalten Dusche spielte Leverkusen weiter mutig auf, wusste mit viel Ballbesitz jedoch nichts anzufangen. Fehlpässe von Lukas Hradecky und defensive Wackler brachten die Italiener immer wieder in gefährliche Situation, vor dem Pausentee konnte Juventus allerdings nicht mehr nachlegen. Leverkusen hatte bis zum Seitenwechsel hochprozentige Torchancen vermissen lassen.


In Durchgang Zwei zeichnete sich das gleiche Bild. Juventus überließ Leverkusen den Ball, die sich an den gut organisierten Hausherren jedoch die Zähne ausbissen. Und es kam, wie es kommen musste: Gonzalo Higuain legte den Ball von der Grundlinie in den Strafraum und Federico Bernadeschi erhöhte auf 2:0. Chancen auf das 3:0 ließ die Alte Dame anschließend fahrlässig liegen und die Werkself hätte durch Paulinho sogar zum Anschluss kommen können; der Youngster zielte bei seinem Lupfer aber etwas zu hoch. Bernadeschi setzte schließlich noch den 3:0-Schlusspunkt für Juventus.


Unter dem Strich stand ein verdienter 3:0-Sieg in den Büchern, für den Juventus wenig Aufwand betreiben musste. Leverkusen wusste zu wenig mit dem Ball anzufangen und konnte die Alte Dame nie wirklich ernsthaft gefährden.


Talking Points bei Bayer Leverkusen


Lukas Hradecky am Ball ist eine Gefahr - zumindest für die Werkself. Der Finne spielte viele (zu viele) Fehlpässe und war dafür zu häufig am Ball. Die spielerische Lösung über Hradecky funktioniert bei Leverkusen nicht gut. Unkonzentriertheiten leistete sich allerdings der Defensivverbund im Kollektiv; besonders die Außenverteidiger Wendell und Mitchell Weiser wirkten nicht immer Sattelfest.


Ansonsten ist es derzeit die immergleiche Leier bei der Werkself: Viel Ballbesitz, zu wenig Ideen. Mit der Kugel weiß das Team von Peter Bosz, gerade gegen starke Gegner, nicht wirklich viel anzufangen. Viel Quantität aber zu wenig Qualität - dieses Bild bot sich auch am Dienstagabend in Turin.



Talking Points bei Juventus

Italienische Mannschaften in der Champions League - und besonders Juventus - sind eiskalt. Die alte Dame spielte ihren Stiefel sachlich und konzentriert herunter, nahm die etwas glückliche Führung durch Gonzalo Higuain dankend an und verwaltete anschließend clever. Mit aller Seelenruhe ließ Juventus die Gäste spielen und blieb eiskalt.



Das kommende Programm für Bayer Leverkusen und Juventus Turin


Am kommenden Wochenende steht für Bayer Leverkusen und Juventus Turin wieder Ligaalltag auf dem Programm. Und für die Werkself werden die Aufgaben nicht eben leichter: Am Samstag empfängt das Team von Peter Bosz RB Leipzig in der BayArena. Zwei Wochen später (nach der Länderspielpause) ist Leverkusen zu Gast bei Eintracht Frankfurt. Und zum krönenden Abschluss reist die Werkself vier Tage später weiter nach Madrid, wo das Champions-League-Duell mit Atletico ansteht.


Auch auf Juventus wartet am Wochenende bereits das nächste Highlight: Die Alte Dame ist zu Gast bei Tabellenführer Inter Mailand. Nach der Länderspielpause warten jedoch machbare Gegner auf Juve: In der Liga empfängt das Team von Maurizio Sarri den FC Bologna, drei Tage später ist Lok Moskau zu Gast in Turin.​