Der BVB steht nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge in der Bringschuld. Gegen Slavia Prag könnte sich der Bundesligist am Mittwoch eine komfortable Ausgangsposition in der Todesgruppe der Champions League (mit Barcelona und Inter Mailand) erarbeiten. 


Wir haben die Key Points beim BVB vor der Partie zusammengestellt:


Am Riemen reißen


Kritik (sofern konstruktiv) und vor allem Selbstkritik sind niemals schlecht. Doch der BVB redet sich aktuell kaputt. Das ist nicht professionell, sondern beunruhigend. Gegen Slavia Prag muss die Mannschaft eine Reaktion zeigen, aber vor allem die Ruhe bewahren. Statt Weltuntergangsstimmung müssen die Schwarz-Gelben Selbstvertrauen und Entschlossenheit an den Tag legen. Sofern sich der BVB auf sein Spiel konzentriert, wäre alles andere als ein Sieg gegen Prag eine Sensation. Und dann würde die Welt auch schon wieder ganz anders aussehen.


Kann Mats Hummels spielen?


Dass beim BVB überhaupt Stänkerstimmung herrscht, liegt primär am Ausfall von Mats Hummels. Nach seiner Auswechslung gegen Frankfurt brach die Mannschaft ein und konnte auf die Frage nach fehlender defensiver Stabilität auch gegen Bremen nicht antworten. Der Neuzugang ist bereits das Schlüsselelement in der Dortmunder Abwehr und aktuell nicht ersetzbar. Sein Einsatz (Hummels laboriert an Rückenbeschwerden) ist zumindest noch fraglich. Sollte der Weltmeister von 2014 ausfallen, dürfte wieder Julian Weigl in die Innenverteidigung rücken.


Wie viel Rotation riskiert Favre?

Alles andere als ein Sieg gegen Slavia Prag wäre eine Katastrophe für den BVB. Sowohl mit Blick auf die Champions-League-Gruppe, als auch auf die aktuell angespannte Stimmungslage. Trotz der Pflicht zu siegen ist Slavia Prag der nominell schwächste Gegner der kommenden Wochen. Und die sind nunmal auch immens wichtig. ​Ein wenig Rotation muss Lucien Favre eigentlich wagen. Julian Brandt oder Raphael Guerreiro könnten für Thorgan Hazard in die Startelf rücken - und ansonsten? ​Mahmoud Dahoud konnte sich gegen Bremen nicht für einen weiteren Einsatz empfehlen. Den Youngsters Leonardo Balerdi und Dan-Axel Zagadou fehlt Spielzeit. Jacob Bruun Larsen könnte eine Option für Favre sein. Im Sturm fällt der Hammer zwischen Mario Götze und Paco Alcacer.

Selbstvertrauen tanken 


Es ist ja nicht so, dass der BVB momentan grundsätzlich schlecht spielen würde. Tatsache ist, dass die Borussia eigentlich immer ein gutes Spiel absolviert und dann irgendwann (defensiv) kollabiert. Und an den Mikrofonen der Journalisten wird anschließend ratlose Ursachenforschung betrieben. Was der ganzen Mannschaft wohltun würde, wäre ein Sieg zu Null. Eine klare Kiste, den Sack früh zu gemacht und ohne Gegentor zurück nach Dortmund fahren. Dann könnte man sich die Ursachenforschung auch mal sparen.


Führungsspieler in der Pflicht


Gefragt sind am Mittwochabend in Prag vor allem die vermeintlichen Führungsspieler beim BVB. Sie müssen nun voran gehen und der Mannschaft positive Signale einimpfen. Marco Reus sollte der erste Kandidat sein, der Gewehr bei Fuß steht. Aktuell lässt der Kapitän jedoch seine Form vermissen; das gilt es, mit Kampfgeist wettzumachen. Auch Axel Witsel muss mehr Führungspräsenz ausstrahlen. Die Rückkehr von Mats Hummels wäre Balsam für Schwarz-Gelb. Und Butter bei die Fische: an Thomas Delaney führt eigentlich kein Weg vorbei.