​Der ​FC Bayern München steht nach sechs Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz. Doch vor allem gestern musste der Rekordmeister auf diesem Weg harte Arbeit verrichten. Nun spricht Trainer Niko Kovač über den Saisonstart und die ehemals aussortierten Profis Jérôme Boateng und Javi Martínez.


Es war ein hart erarbeiteter Erfolg gegen den ​SC Paderborn. Am Ende stand ein 3:2-Auswärtssieg zu Buche. Die umkämpfte Partie entschieden die Münchner letztlich durch die individuelle Qualität, der Sieg tat den Bayern extrem gut. Übungsleiter Kovač war nach dem bisherigen Saisonstart zufrieden, auch wenn nicht alles nach Plan verlief.


"Generell spielen wir guten und attraktiven Fußball, haben viele Chancen kreiert und viele Tore geschossen. Unser Anspruch ist es, immer besser zu werden. Wir wollen dahin kommen, dass wir 80 Minuten oder mehr dominant spielen. 90 Minuten, das bekommt keine Mannschaft der Welt hin. Wir wollen noch mehr Tore erzielen. Und vor allem muss es uns gelingen, nach dem 1:0 sofort die Chancen zum 2:0 zu nutzen. Das hat zuletzt manchmal gefehlt – und damit die frühzeitige Beruhigung unseres Spiels", so der Trainer im Interview mit der Welt.


Viel Vertrauen in Boateng und Martínez


Dabei ist er mit zwei Akteuren zufrieden, ​die im Sommer bereits vor dem Aus standen. Jérôme Boateng und Javi Martínez kamen gestern zum Einsatz und lieferten eine gute Leistung ab. Der ehemalige deutsche Nationalspieler kam über 90 Minuten zum Einsatz, der Spanier verstärkte das Zentrum ab der zweiten Halbzeit.


Dabei war die Perspektive der beiden ehemaligen Stammspieler mehr als fraglich, ein Abgang im Sommer war durchaus möglich. Nun spielen sie für den Kader aber wieder eine wichtige Rolle, was Kovač bestätigt: "Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit. Ich habe absolutes Vertrauen in Javi und Jérôme und weiß, was ich an ihnen habe", so der Trainer über einen möglichen Abgang im Winter.


Der bisherige Eindruck der beiden Profis sei sehr gut gewesen. "Beide haben es in der Vorbereitung und bei ihren Einsätzen zuletzt richtig gut gemacht. Aber wir haben eben Qualität dazubekommen, und deswegen muss man es akzeptieren, wenn sich der Trainerstab für einen anderen Spieler entscheidet." Für die Breite seien Martínez und Boateng noch wichtig, auch wenn es nicht mehr immer auf ihre Startelf-Qualitäten ankommt.


Die restliche Saison wird für die beiden Profis also noch einmal eine Bewährungschance. Wie die Situation in einem Jahr aussieht, ist noch fraglich, immerhin gehören beide Akteure mit ihrem Alter von 31 Jahren nicht mehr zur ersten Garde. Bis jetzt sind sie für die Bayern durch ihre Erfahrung und die Qualität aber weiter wichtig. Für die hohen Ambitionen in dieser Saison braucht es eben auch genau solche Spieler.