Nicht alle, aber viele Neuzugänge, die Eintracht Frankfurt in den vergangenen drei Jahren verpflichtet hat, sind eingeschlagen. Die Hessen achten beim Scouting auf Kontinuität, greifen dafür auch gerne Mal ins untere Regal. Allzu viel wollten die Verantwortlichen gegenüber ​BILD aber nicht verraten.


​In der Mainmetropole ist Schweigen Gold. "Wir können nicht alles preisgeben", so Sportvorstand Fredi Bobic. "Betriebsgeheimnisse" müsse man wahren - über das Frankfurter Scouting erfährt man daher nur wenig.


In vorderster Front stehen Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und Kaderplaner Ben Manga. Letzterer kenne sich in Südamerika und Spanien bestens aus, soll Innenverteidiger Jesus Vallejo, der 2016/17 für ein Jahr auf Leihbasis bei der SGE spielte, bereits seit seinem 16. Lebensjahr kennen. Ein besonderes Auge habe er aber auch für Profis aus der niederländischen Eredivisie.

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  Der Transfer von Filip Kostic war alles andere als Zufall.


Zwei Beispiele: Filip Kostic und Sebastien Haller. Als Kostic im Sommer 2014 zum ​VfB Stuttgart wechselte, war Bobic noch Sportvorstand bei den Schwaben - schon damals stand Manga an seiner Seite. Heute steht der Serbe bis 2023 in Frankfurt unter Vertrag, kostete gerade einmal sechs Millionen Euro. Haller, der 2015 von AJ Auxerre zum FC Utrecht wechselte, kam 2017 für sieben Millionen Euro - und ging nach 33 Toren und 19 Assists in 77 Einsätzen für etwa 50 Millionen Euro zu West Ham United. 


Worauf die Eintracht bei Spielern achtet


Den Großteil der Arbeit erledigt - wie bei allen Bundesligaklubs - die Datenbank. In Frankfurt stehen dem Bericht zufolge die Aspekte im Fokus, ob der Spieler sein Niveau über mehrere Jahre halten kann, ob er mehr Siege als Niederlagen vorweisen kann oder wie er sich im Vergleich zu gestandenen Profis "in allen Altersklassen" behaupten kann. Für Trainer Adi Hütter ist zusätzlich das Tempo des Spielers entscheidend.


"Am Ende", wird ein nicht genannter Insider zitiert, "entscheidet der Algorithmus, ob ein Spieler geholt wird oder nicht" - so, wie bei den meisten anderen Fußballklubs. Eintracht Frankfurt hat es verstanden, verhältnismäßig günstige Spieler mit hohem Potenzial zu erkennen, weiterzuentwickeln und für ein Vielfaches zu verkaufen. Wirtschaftlich wie sportlich ist der Klub auf dem besten Wege, sich in der oberen Tabellenregion der Bundesliga zu etablieren.