Uli Hoeneß hat im Planet Football Podcast der Sports Illustrated über seinen Rückzug als Bayern-Präsident gesprochen, warum er sich beim ​Rekordmeister gerade jetzt zurückzieht - und wie es um das Interesse an Leroy Sané steht.


Der Nationalspieler von ​Manchester City war im Sommer die auserkorene Wunschlösung für die Nachfolge von Franck Ribery und Arjen Robben. Letztlich scheiterte ein Transfer an der Kreuzbandverletzung des Außenstürmers. Ganz vom Tisch ist die Personalie Sané aber wohl nicht. "Im Januar oder Februar werden sich die neuen Entscheidungsträger zusammen setzen und sicher auch über dieses Thema nachdenken", so Hoeneß im Podcast.


Dann sollte Sanés Comeback vor der Tür stehen - die Bayern könnten bis zum Saisonende schauen, ob der 23-Jährige wieder vollständig fit ist und an seine Leistungen vor der Verletzung anknüpfen kann. Dann wird er mit Sicherheit wieder das Interesse aus München wecken - und der Wechsel könnte mit einem Jahr Verspätung über die Bühne gehen. 


Sané-Interesse hängt auch von Coutinho und Havertz ab


Vieles wird dann aber wohl auch von den anderen Personalien abhängen: Philippe Coutinho kann für 120 Millionen Euro fest verpflichtet werden, Kai Havertz steht ebenfalls ganz oben auf der FCB-Wunschliste. Alle drei zusammen dürften über 300 Millionen Euro kosten. Selbst für den FC Bayern kaum zu stemmen.


Auch wenn der Rekordmeister finanziell bestens dastehe. Das betonte auch Hoeneß im Gespräch. "Der Klub ist finanziell gut aufgestellt, wir haben ein fantastisches Stadion, das uns gehört und komplett abbezahlt ist. Wir haben ein verjüngtes Team, das auf einem guten Weg für die nächsten Jahre ist. Das ist warum ich denke es war zur rechten Zeit, mich zurückzuziehen", so Hoeneß.


Hoeneß: Ratgeber im Hintergrund


Ganz ohne den FCB wird sein Leben aber nicht ablaufen, auch wenn er selbst "neugierig" sei, "wie ich mit der Situation umgehen werde". Hoeneß wolle nicht mehr im Rampenlicht stehen. Aber: "Ich werde bis mindestens 2023 im Vorstand bleiben. Wenn jemand mich um Rat bittet, werde ich helfen, aber ich werde mich nicht den neuen Bossen aufdrängen. Wenn sie mich nicht brauchen, werde ich mich im Hintergrund halten."


Kritik an Kovac nicht nachvollziehbar


Sportlich und finanziell sieht er den FC Bayern also gerüstet für die Post-Hoeneß-Ära. Auch, weil er weiter von seinem Wunschtrainer Niko Kovac überzeugt ist. Die Kritik am Ende der vergangenen Spielzeit am Kroaten kann er überhaupt nicht nachvollziehen. "Das habe ich nie verstanden. Er war ein junger Coach mit wenig internationaler Erfahrung und hat dennoch zwei Titel geholt und ein neues Team aufgebaut", erklärte Hoeneß. 


Das Problem sei, "wenn wir gewinnen, sagt jeder, es ist nicht gut für die Liga. Aber wenn wir verlieren, fordern alle, dass die Verantwortlichen entlassen werden. Also gewinne ich lieber die Bundesliga."