Im Sommer hat sich ​Schalke-Keeper Ralf Fährmann zu Norwich City ausleihen lassen. Dort wollte er nach dem scheinbar verlorenen Duell gegen Alex Nübel Spielpraxis sammeln und die englische Liga als Erfahrung mitnehmen. Bisher läuft es aber alles andere als toll für ihn...


Tim Krul ist Torwart bei Norwich City. Beim Überraschungs-Aufsteiger, der bereits in der jungen Saison viele englische Fußballfans begeistert, war Krul im Aufstiegsjahr nicht unumstritten. 


Deshalb schien das Leihgeschäft mit S04-Torhüter Ralf Fährmann für alle Parteien zu passen. Für Norwich, weil man einen guten Torhüter bekam, der Krul im Konkurrenzkampf ordentlich Feuer machen kann. Für Fährmann, weil er Spielpraxis brauchte und wollte, die er auf Schalke nicht gegeben sah. Für Schalke, weil man mit Markus Schubert einen jüngeren (und günstigeren) Ersatzkeeper an Land gezogen hat und Fährmanns Gehalt einsparen konnte.


Erstes Zwischenfazit: Es kann nur besser werden


Nach den ersten sechs Ligaspielen sieht die Wahrheit jedoch ganz anders aus. Fährmann steht vor dem siebten Spieltag ohne eine einzige Ligaminute auf der klaren Nummer-Zwei-Position hinter dem Niederländer Krul. Nur im Pokal durfte er ein Spiel absolvieren - ein Spiel, in dem man gegen den Viertligisten Crawley Town mit 0:1 verloren hat und dementsprechend bereits in der zweiten Runde aus dem Wettbewerb flog. 


Natürlich sind sechs Spiele noch keine aussagekräftige Strecke für einen Leihwechsel. Dennoch muss man der harten Realität ins Auge sehen und ein erstes, ganz kleines Fazit ziehen: Fährmanns Plan ist alles andere als aufgegangen. Etwas überraschend hat er Krul nicht hinter sich lassen können und auch eine gleichwertige Stellung sieht - anhand der gegebenen Einsätze - anders aus. 


Auf Schalke hätte Fährmann vor einer Saison neben Nübel und Neuzugang Schubert gestanden. Dabei sah er seinen Einsatzzeiten trotz eines komplett neuen Trainerteams nicht optimistisch entgegen, und nach dem Torwartwechsel im Winter durch ​Ex-Trainer Domenico Tedesco schienen die Würfel im Hinblick auf die Nummer Eins gefallen zu sein. 


Eventuell wird er in Norwich noch viele Einsätze bekommen. Die Saison der ​Premier League ist noch sehr lang, es sind noch 32 Spiele zu absolvieren. Dass er davon noch möglichst viele absolvieren darf, wäre wichtig für den 30-Jährigen, der mit kurzer Unterbrechung (2007-2009 bei ​Eintracht Frankfurt) seit 2003 das S04-Wappen trug.

Fährmanns Ausblick: Rückkehr zu S04 - und was dann?


​Nach seiner Leihe wird er (vorerst?) nach Gelsenkirchen zurückkehren. Entweder Nübel hat bis dahin verlängert und wird noch ein bis zwei weitere Jahre da sein oder Fährmann und Schubert treffen aufeinander. ​Der Neuzugang gilt bereits als talentierter Torhüter, ist auch schon Teil der deutschen U21-Nationalelf. Selbst im für Fährmann besten Fall (mit Nübel-Wechsel) wird ein Zweikampf mit Schubert ein sehr schwieriges Unterfangen - je weniger Einsatzzeiten er diese Saison bekommt, desto komplizierter wird es für ihn, wieder regelmäßig für Schalke auflaufen zu können. 


Es scheint also insgesamt eine nicht allzu optimistische Einschätzung für Fährmann zu sein. Sollte es so weiterlaufen, wie eben skizziert, ist auch ein permanenter Abgang eine Option, die er sich offen halten muss. Zunächst stehen für ihn jedoch die nötigen Spiele für Norwich City im Fokus.