​Im Grunde genommen wird es für ​Oliver Kahn (50) bald wieder sein wie früher: zwei Jahre vor einem bedeutenden Ereignis (in der Regel, eine EM oder WM) geht es vorher erstmal in die entsprechende Qualifikation - und danach ans Eingemachte. Und doch wird alles anders sein, als sonst. 



Kahn: Erst die "Quali", dann die Aufgabe


Am 1. Januar 2020 beginnt Kahn nämlich seine zweijährige "Ausbildung" zum Vorstandsvorsitzenden beim ​FC Bayern MünchenWenn alles nach Plan läuft, wird er danach, auch wieder an einem 1. Januar (2022), sein Amt als Chef des deutschen Rekordmeisters aufnehmen. Sein Vorgänger im Amt, Karl-Heinz Rummenigge, soll den Titan in diese für ihn (noch) neue Welt einführen. 


"Ich hatte mit Oliver Kahn schon diverse Gespräche. Es ist wichtig, dass er den FC Bayern von Anfang an aufs Neue kennenlernt, denn es hat sich hier schon einiges total verändert", sagte Rummenigge in einem Interview mit fcbayern.deKahn selbst erbittet sich bereits jetzt gewisse Freiheiten, um seinen Job nach seinen Vorstellungen auszufüllen: "Klar ist sicher: Es gibt kleinere Herausforderungen im Leben", sagte der "Titan" gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten


"Aber ich war auch immer ein Mensch, der diese bewusst gesucht hat. Ich freue mich jetzt erstmal, wenn es losgeht. Dann werde ich mir die Strukturen und alles andere anschauen. Dazu gehört auch Kommunikation. Man muss mir ja auch zugestehen, den eigenen Weg zu finden. Das funktioniert nicht von Tag eins. Deshalb war es mir ja auch ein Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass man da erst hineinwachsen muss. Da muss man vor allem auch die Fähigkeit besitzen, zu sagen: 'Hey, jetzt gehe ich erst mal ein, zwei Schritte zurück und bin bereit, einfach zu lernen." Zu lernen, sportliche Erfolge mit wirtschaftlichen Zielvorgaben zu verbinden: das musste auch sein Vorgänger erstmal schaffen. 


Management-Tätigkeit war für Rummenigge Neuland - wie bald für Kahn


Der verweist auf die Unterschiede zwischen aktiver Karriere als Spieler und der Funktionärstätigkeit. "Ich muss sagen, dass es mich schon ein wenig stolz macht, dass wir wirtschaftlich kontinuierlich top aufgestellt sind. Das Talent als Fußballer wurde mir in die Wiege gelegt, klar musste ich mir dazu noch einiges erarbeiten. Aber die Management-Tätigkeit beim FC Bayern musste ich mir völlig neu aneignen", gab Rummenigge unumwunden zu. Gestern wurde der noch amtierende Vorstandsvorsitzende übrigens 64 Jahre alt. 


Vom ersten Tag an, erinnert sich Rummenigge weiter, habe er sich vorgenommen, "sowohl den Umsatz als auch den Gewinn permanent zu steigern". Mit Erfolg, wie sich anhand der nackten Zahlen belegen lässt. In den letzten Jahren konnte der Branchenprimus stetig neue Rekordzahlen vorweisen. Die letzte Bilanz (bezogen auf das Geschäftsjahr 2018/19) wies erneut ein dickes Plus auf: 750,4 Millionen bedeuten eine abermalige Rekordsumme. 

Oliver Kahn wird sich spätestens ab Januar 2022 an ihnen messen lassen müssen.