​Karl-Heinz Rummenigge feiert am Mittwoch Geburtstag. Der Vorstandsboss des FC Bayern wird 64 Jahre alt. Im Gespräch auf der Vereinshomepage erklärt er, wie er sich die Zukunft des Rekordmeisters vorstellt. Und wie er die aktuelle Situation beim ​FCB sieht.


Für Rummenigge ist der Start in die neue Spielzeit durchaus gelungen. Lediglich das Remis zum Auftakt gegen die Hertha störe ein wenig. Das Ziel sei es, so schnell wie möglich an die Tabellenspitze zu kommen. Ob ​RB Leipzig dabei ein ernsthafter Titelkonkurrent ist, wollte der nun 64-Jährige noch nicht abschließend bewerten. 


"Dafür ist es noch etwas zu früh. Man kann erst nach dem zehnten Spieltag sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Es ist wichtig, dass wir von Anfang an dabei sind. Wir sollten uns nicht erlauben, wie im letzten Jahr neun Punkte Rückstand zu haben. Wir haben einen Top-Kader und können optimistisch in die Zukunft schauen", so Rummenigge.


Rummenigge sieht in Coutinho und Lewandowski neues Traum-Duo


Dass der Rekordmeister eben jenen Top-Kader zur Verfügung hat, lag nach den Irrungen und Wirrungen im Sommer vor allem an den späten Transfers von Philippe Coutinho und Ivan Perisic. 


Man könne "mit dem Transfermarkt und den Neuzugängen sehr zufrieden sein. Philippe Coutinho steht sicherlich an der Spitze, er hat Weltklasse-Format. Das ist immer deutlicher zu erkennen. Er macht den Unterschied und hat in Robert Lewandowski den perfekten Partner gefunden. Von diesen beiden können wir uns für die Zukunft noch viel erhoffen. Aber auch Ivan Perisic hat die Erwartungen absolut erfüllt", ist sich Rummenigge sicher.


In der Defensive haben sich die Bayern weltmeisterlich verstärkt. Ähnlich wie bereits Uli Hoeneß schwärmte auch Rummenigge von Benjamin Pavard. Er schätze ihn sehr, "weil er ein wirklich guter Spieler und bescheidener Mensch ist". Bei Landsmann Lucas Hernandez ist sich der Bayern-Boss sicher, "dass wir seine beste Zeit erst noch sehen werden. Man darf nicht vergessen, dass er eine rund fünfmonatige Verletzungspause hinter sich hat".


Kader soll in Zukunft mit Talenten gespickt sein


Neben den als Sofort-Hilfe angesprochenen Neuzugängen hat sich der FCB auch mit Mickael Cuisance und Fiete Arp verstärkt. Ein Fingerzeig, wie die Ausrichtung in Zukunft aussehen soll. Der Kader soll auf den Positionen "17, 18, 19 und 20 mit jungen Kräften" besetzt werden, "die 

perspektivisch eine Chance haben, mit einer gewissen Kontinuität zu spielen".


Das sei aber nicht der Königsweg, um mehr junge Spieler zu integrieren. Gerade bei den Eigengewächsen, von denen zuletzt keiner mehr den Sprung geschafft hat, will man bald wieder mehr Durchlässigkeit erreichen. Ein wichtiger Punkt ist dabei der Aufstieg der Reserve in die 3. Liga. 


"Am Samstag waren Davies und Cuisance bei den Profis im Kader, und am Sonntag haben sie beide bei unseren Amateuren einen wichtigen Beitrag geleistet, den FC Ingolstadt zu schlagen, der vor kurzem noch in der Bundesliga gespielt hat. In der 3. Liga sind unsere vielversprechenden Talente wesentlich mehr gefordert als in der Regionalliga Bayern", erklärte Rummenigge. 


Leih-Modelle für mehr Durchlässigkeit


Ein weiterer möglicher Weg sind Leihen oder Verkäufe mit Rückholoption - dann in die zweite Liga oder an die Bundesliga-Konkurrenz. "Wenn einer das Talent für die 2. oder 1. Liga hat, darf man ihm das nicht verweigern, sondern muss Lösungsansätze finden. Und das haben wir im Sommer getan", befand der Bayern-Boss. Wichtig sei es - betonte er erneut - "mit einer gewissen Kontinuität zu spielen". Bei der Qualität des Kaders, sei das beim FCB aber für junge Spieler sehr schwer.


Adrian Fein könnte dabei das beste Beispiel sein. Der Neu-U21-Nationalspieler brilliert derzeit beim HSV. ​Selbst eine weitere Leihe könnte d​abei durchaus Sinn machen. Über kurz oder lang könnte Fein dann der gesuchte Spieler für das defensive Mittelfeld sein.


Kahn muss FC Bayern "aufs Neue kennenlernen"


Dann könnte bereits Oliver Kahn das Sagen haben beim Rekordmeister. Ende 2021 wird er Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden ablösen. "Ich hatte mit Oliver Kahn schon diverse Gespräche. Es ist wichtig, dass er den FC Bayern von Anfang an aufs Neue kennenlernt, denn es hat sich hier schon einiges total verändert. Oliver hat relativ schnell gesehen, wie groß der FC Bayern geworden ist. Die gesamte Fußballbranche hat sich betriebswirtschaftlich verändert. Ich habe überhaupt keine Sorge, dass das nicht reibungslos laufen wird."