​Viel läuft für den großen ​FC Barcelona noch nicht rund. Nach einem mauen Auftakt in der Liga fuhren die Katalanen gegen den FC Villarreal zwar den dritten Saisonsieg ein, doch die Leichtigkeit wird weiterhin vermisst. Dazu muss Barça erneut um Lionel Messi bangen, Keeper Marc-André ter Stegen griff daneben und Gerard Piqué suchte nach einem Grund für die bisherige Enttäuschung.


Nur zehn Punkte stehen für den FC Barcelona nach sechs Spieltagen zu Buche. Für die hohen Standards des Topklubs gleicht dies fast schon einem Gruselstart. Immerhin konnte die Mannschaft von Ernesto Valverde auf die zuletzt schwachen Leistungen antworten und bezwang das "Gelbe U-Boot" aus Villarreal mit 2:1.


Wirklich glanzvoll wurde es im Camp Nou aber erneut nicht, bis auf einen frühen Treffer von Antoine Griezmann und ein Sahnetor von Arthur hatten die Anhänger wenig zu bestaunen. Immerhin konnte Superstar Lionel Messi in die Startelf zurückkehren und feierte seinen ersten Einsatz von Beginn an - doch lange währte die Freude nicht.


Vorsichtsmaßnahme bei Messi


Denn etwa nach einer halben Stunde verletzte sich der Argentinier bei einem Dribbling an den Adduktoren, kurz wurde er sogar am Spielfeldrand behandelt. Nach dem Seitenwechsel blieb der 32-Jährige gleich in der Kabine, der Franzose Ousmane Dembélé ersetzte ihn. Bei der Auswechslung des Kapitäns soll es sich aber vor allem um eine Risikominimierung handeln. Eine weitere Verletzung sollte in den intensiven Wochen nicht in Kauf genommen werden.


"Es ist ein kleines Problem im Adduktorenbereich und als Vorsichtsmaßnahme haben wir entschieden, nichts zu riskieren. Theoretisch ist es nicht mehr, aber wir werden sehen", so Trainer Valverde nach dem Spiel. Eine Diagnose steht noch aus, womöglich könnte er allerdings bereits am Wochenende wieder auflaufen.


Einen ähnlich unglücklichen Abend​ hatte auch Schlussmann Marc-André ter Stegen. Der Keeper, der momentan ​in einer heißen Diskussion um den Posten im Tor der Nationalmannschaft steht, hielt seinen Kasten nicht sauber und musste einen vermeidbaren Gegentreffer hinnehmen. Kurz vor der Halbzeit war es Santi Cazorla, der aus der zweiten Reihe einen Abschluss wagte. Ter Stegen verfehlte den etwas flatternden Ball dabei komplett.


Der Fauxpas wurde zumindest nicht weiter bestraft, es blieb bei nur einem Gegentor und dem 2:1-Sieg. Doch genau jetzt darf sich der 27-Jährige solche Fehler nicht erlauben, vor allem aber hofft Barça weiterhin auf die starken Leistungen des Deutschen. Denn einen unsicheren Rückhalt im Kasten kann sich Barcelona nun überhaupt nicht leisten.


FC Barcelona: Piqué kritisiert Vorbereitung


Noch stockt der Motor des Meisters in vielen Belangen. Die Offensive glänzte bisher kaum, die Defensive fing sich Tor um Tor ein. Der jahrelange ​Anführer Gerard Piqué meint einen Grund für den bisher verkorksten Saisonstart ausgemacht zu haben. Denn vor allem die Vorbereitung auf die Saison soll zu stressig und zehrend gewesen sein.


Im Sommer ging es für die Katalanen unter anderem nach Japan und die USA; dort sollte sich die Mannschaft in Testspielen vorbereiten und der Einfluss des Klubs im Ausland verstärkt werden. Eigentlich ist dies seit Jahren gang und gäbe bei den Topteams, aber der Spanier sah eine Verschärfung der Situation.


"Die Vorbereitung hat überhaupt nicht geholfen, um gut in die Saison zu starten, viele Reisen und dafür nur wenige Trainingseinheiten", so Piqué nach dem Spiel. Der ganzen Mannschaft würde man die harten Wochen anmerken, der Spanier führt dabei Lionel Messi als Beispiel auf, der ungewohnt anfällig wirkt. Doch die Ausfälle des Stars und weitere Umstände seien keine Entschuldigung für den verkorksten Auftakt.


Außerdem gestalteten andere Teams ihre Vorbereitung ähnlich zu der des FC Barcelona. Dazu stand für Profis wie Piqué kein großes Turnier an, welches weitere Kräfte kostete. Irgendeinen anderen Grund könnte es also sicherlich noch geben. Bei Barcelona läuft es nämlich noch immer nicht rund, jeder Akteur hat mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Doch bereits die nächsten Wochen werden aufgrund der Königsklasse und der Liga enorm intensiv. Dazu brauchen die Katalanen soviel Energie und Aufwind wie möglich.