Seitdem Unay Emery Trainer bei Arsenal London wurde, ist die Zukunft von Mesut Özil ungewiss. Fakt ist, dass der 30-Jährige derzeit nicht zum Zug kommt. Ob es am Spielsystem von Emery oder an der Spielweise von Özil liegt, ist unklar. Laut Emery soll er momentan lediglich geschont werden. Doch wie lange soll das noch gehen?


Es ist die siebte Spielzeit von Mesut Özil bei ​Arsenal London. So umstritten wie in dieser Saison war er in London allerdings noch nie. 2013 kam er unter großer Begeisterung von ​Real Madrid zu den Gunners. Dort konnte er sich auch zunächst etablieren und zeigen, warum ihn Cristiano Ronaldo einst als einen seiner Lieblingsmitspieler nannte.


Wie auch in der Nationalmannschaft wurden seine Leistungen aber Schritt für Schritt entweder nicht wertgeschätzt oder benötigt. So kam er in der vergangenen Saison zwar noch 35 Mal zum Einsatz - nachhaltig überzeugen konnte er nicht. Obwohl gerade das Offensivspiel seine Stärke ist, standen ihm nur sechs Tore und drei Assists zu Buche.


Özil passt nicht in Emerys System

Auch in dieser Saison hat er das Nachsehen. Lediglich 71 Minuten lang stand der Weltmeister von 2014 bislang auf dem Feld. Seinem Anspruch genügt das selbstverständlich nicht. Doch da er als klassischer Zehner in Emerys System keinen Platz findet, hat er ohnehin einen schweren Stand.


Der Franzose spielt nämlich mit einem 4-3-3-System, in dem eher Achter als Zehner benötigt werden. Joe Willock und Dani Ceballos werden dafür vor Özil berücksichtigt. Knackpunkt ist, dass beide auch defensiv auffallen. Özil ist hingegen eher durch seine Schlüsselpässe nach vorn bekannt.


Als er gegen den FC Watford spielen durfte, zeigte er diese Qualität auch auf Anhieb. Vor dem zwischenzeitlichen 2:0 spielte er einen Schlüsselpass in die Schnittstelle zu Ainsley Maitland-Niles, der wiederum auf den freistehenden Aubameyang weiterleitete. Der konnte unbedrängt einschieben.


Für Emery aber trotzdem kein Grund, Özil wieder öfter ins Boot zu holen. Gegen ​Eintracht Frankfurt wurde er nämlich gar nicht erst nominiert. Auf die Nachfrage der Journalisten antwortete Emery trotzig: „Es ist meine Entscheidung. Weil er gegen Watford gespielt hat, muss er sich ausruhen, trainieren und für nächsten Sonntag bereit sein.“


Bei Arsenal zählt die Leidenschaft

Szenen, wie die Defensivaktion von Joe Willock, der gegen Newcastle einen verlorenen Ball in spektakulärer Manier zurückholte, haben es Emery mehr angetan. Leidenschaft und Willenskraft sollen der Bestandteil seiner Spielweise sein. Tugenden, die Mesut Özil auf dem Platz nicht zwingend zur Schau stellt.


Spannend zu sehen wird es dennoch sein, wie lange Mesut Özils zwangsverordnete Pause noch anhalten wird. Auf der Bank würden nämlich sowohl seine Qualitäten, als auch sein Gehalt verschwendet werden. Mit rund 21 Millionen Euro Jahresgehalt ist Özil nämlich der Topverdiener der Vereinsgeschichte.